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Analyse

FOMC-Protokoll: Fed wechselt zu neutraler Abwartehaltung, einige wenige Notenbanker sehen Notwendigkeit für Zinserhöhungen, Aufwärtsrisiken bei der Inflation werden zum Kernkonflikt

Die Federal Reserve hat am 8. Juli das Protokoll ihrer FOMC-Geldpolitiksitzung vom 16. und 17. Juni veröffentlicht. Das Dokument zeigt, dass die Politik der Fed vollständig in eine neutrale, abwartende Haltung übergegangen ist, wobei die Aufwärtsrisiken für die Inflation zum zentralen Widerspruch geworden sind. Diese FOMC-Sitzung sendete ein klares Signal, dass sich die Fed vollständig von ihrer bisherigen einseitigen Tendenz zu Zinssenkungen verabschiedet hat und in eine Phase zweiseitiger, flexibler geldpolitischer Beobachtung eingetreten ist. Eine höher als erwartet ausfallende Inflationshartnäckigkeit und deren Ausweitung sind die Hauptgründe für diesen Kurswechsel, während die Robustheit des Arbeitsmarktes und des Wirtschaftswachstums Spielraum für flexible geldpolitische Anpassungen bietet. Die Notenbankvertreter bestätigten einen weiteren Anstieg der Inflation und wiesen darauf hin, dass der Druck nicht mehr nur auf exogene Faktoren wie Energie und Zölle beschränkt ist. Stattdessen haben sich die Preissteigerungen auf eine breite Palette von Kategorien wie Transport, Flugtickets und Öl ausgeweitet, während die Dienstleistungsinflation ohne Wohnungsbau fast keine Verbesserung zeigt. Kurzfristig wird mit der Erholung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus und dem Nachlassen der marginalen Effekte von Zöllen mit einem allmählichen Rückgang der Inflation gerechnet.

Erster Fed-Zinserhöhungs-Falke zeigt sich. Stimmberechtigtes Mitglied Kashkari vollzieht offiziell Kehrtwende, befürwortet ausdrücklich eine Zinserhöhung bis Jahresende

TradingKey – Nach der Bekanntgabe der Beschlüsse der Federal Reserve zu ihrer Juni-Sitzung erklärte der Präsident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, ein in diesem Jahr stimmberechtigtes FOMC-Mitglied, in seinen jüngsten Äußerungen, dass er seinen geldpolitischen Ausblick für das Gesamtjahr revidiert habe: von „einer Zinssenkung bis zum Jahresende“ im März auf „eine Zinserhöhung bis zum Jahresende“. Damit ist er der erste führende Notenbanker im aktuellen Zyklus, der explizit auf einen Zinserhöhungskurs umschwenkt. Dieser Kurswechsel wird primär durch die doppelte Eskalation aus hartnäckiger Inflation und geopolitischen Risiken angetrieben. Jüngste Daten zeigen, dass das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß auf 4,1 % gestiegen ist, während die Kerninflation 3,4 % erreichte. Beide Werte markieren Höchststände seit mehr als zwei Jahren, wobei die Inflation bereits das fünfte Jahr in Folge vom 2-Prozent-Ziel abweicht. Kashkari ist der Ansicht, dass die durch den Nahostkonflikt in die Höhe getriebenen Energiepreise voraussichtlich nicht rasch sinken werden und es an ausreichender Sicherheit bezüglich der Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und dem Iran mangelt. Da die geopolitischen Angebotsrisiken noch nicht vollständig ausgeräumt sind, bleibt der Aufwärtsdruck auf die Inflation bestehen.
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