AUD/USD bewegt sich nach unten, nachdem es in der vorherigen Sitzung mehr als 1,25% zugelegt hat, und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag nahe 0,7060. Das Paar könnte wieder an Fahrt gewinnen, da der Australische Dollar (AUD) Unterstützung finden könnte, da die Reserve Bank of Australia (RBA) später am Tag eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet, die durch steigende Inflationsrisiken im Zusammenhang mit höheren Ölpreisen angetrieben wird.
Die RBA wird allgemein erwartet, den offiziellen Leitzins (OCR) von 3,85% auf 4,10% zu erhöhen, was sie zur ersten G10-Zentralbank machen könnte, die die Straffung wieder aufnimmt. Die Marktteilnehmer werden die Pressekonferenz von RBA-Gouverneurin Michele Bullock genau beobachten, um Hinweise auf den zukünftigen geldpolitischen Kurs zu erhalten. Unterdessen hat RBA-Vizegouverneur Andrew Hauser gewarnt, dass Ölpreisschocks im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt Aufwärtsrisiken für die Inflation darstellen.
Eine Umfrage von Reuters zeigt, dass Ökonomen erwarten, dass die RBA die Zinsen im März auf 4,10% anhebt, mit der Möglichkeit einer weiteren Erhöhung auf 4,35% später in diesem Jahr. Der Wechsel von Westpac hin zu Prognosen für aufeinanderfolgende Zinserhöhungen verstärkt die Ansicht, dass die Märztagung „live“ ist, was die australischen Anleiherenditen und den Australischen Dollar unterstützen könnte.
Unterdessen hatte der US-Dollar (USD) Schwierigkeiten, da die Spannungen rund um die Straße von Hormuz nachließen. Allerdings könnte sein Rückgang begrenzt sein, da die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank in diesem Jahr aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts schwinden. Bedenken, dass die steigenden Rohölpreise die Inflation anheizen könnten, haben die Erwartungen an kurzfristige geldpolitische Lockerungen gedämpft.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.