Der USD/CAD steigt am Freitag um etwa 0,14 % nach einem herausragenden Beschäftigungsbericht aus den USA, der die Prognosen der Ökonomen laut dem US Bureau of Labor Statistics (BLS) fast verdreifachte. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei 1,3936 bei dünner Liquidität, da die meisten globalen Märkte aufgrund des Karfreitags geschlossen sind.
Die Nonfarm Payrolls im März stiegen um 178.000 und übertrafen damit die Prognosen von 60.000, nach im Februar nach unten revidierten -133.000. Die Arbeitslosenquote fiel um zwei Basispunkte auf 4,3 %, unter dem langfristigen Ziel der Federal Reserve von 4,5 %, was bedeutet, dass die Priorität der Zentralbank wieder auf der Inflation liegt.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs Währungen misst, legte minimal um 0,06 % zu und notiert wieder über der Marke von 100,00, angesichts wachsender Spekulationen, dass die Fed die Zinsen nicht senken wird, wie von den Geldmärkten angezeigt.
Daten der Chicago Board of Trade (CBOT) zeigten, dass Investoren ihre Wetten auf eine dovishe Geldpolitik reduzierten und prognostizierten, dass die Fed die Zinsen im Laufe des Jahres unverändert lassen wird.
Jenseits der nördlichen Grenze hielt die Bank of Canada am 18. März die Zinsen stabil, und Gouverneur Tiff Macklem kommentierte, dass die Entscheidungsträger die unmittelbaren inflationsbedingten Auswirkungen des Iran-Konflikts ignorieren würden, aber eingreifen, falls der Preisdruck anhalte.
Der Swaps-Markt hatte zwei Zinserhöhungen der BoC für die zweite Jahreshälfte eingepreist.
Die unmittelbare Reaktion auf die NFP ließ den USD/CAD über das Hoch vom 2. April bei 1,3933 steigen, was den Weg für einen Test von 1,3950 öffnen könnte, mit dem nächsten interessanten Bereich bei 1,4000. Auf der Unterseite wäre die Marke von 1,3900 der Boden, bei geringem Volumen am Freitag.

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.