Das Paar AUD/USD gewinnt am frühen Freitag im europäischen Handel nahe 0,6900 an Boden. Der hawkische Ton der Reserve Bank of Australia (RBA) stützt den Australischen Dollar (AUD) gegenüber dem Greenback. Die Handelsvolumina dürften aufgrund des Karfreitag-Feiertags gering ausfallen. Die Händler werden später am Freitag den US-Arbeitsmarktbericht für März im Blick behalten.
Die Markterwartungen für die Sitzung im Mai tendieren zu einer weiteren möglichen Zinserhöhung aufgrund steigender Ölpreise und eines angespannten Arbeitsmarktes. Westpac-Analysten erwarten, dass die RBA im Jahr 2026 drei weitere Zinserhöhungen vornimmt. Dies würde den Leitzins auf 4,85 % anheben, ein Niveau, das seit November 2008 nicht mehr erreicht wurde.
Andererseits könnte der eskalierende Konflikt im Nahen Osten, einschließlich der faktischen Schließung der Straße von Hormus, Händler dazu veranlassen, in eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) zu flüchten. US-Präsident Donald Trump übt Druck auf den Iran aus, "einen Deal zu machen", nachdem ein Militärschlag eine Brücke in der Nähe von Teheran zerstört hat.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, dass die jüngsten Angriffe Washingtons auf zivile Infrastruktur das Land nicht zum Nachgeben zwingen werden, und fügte hinzu, dass solche Aktionen "die Niederlage und den moralischen Zusammenbruch eines in Unordnung geratenen Feindes vermitteln."
Die US-Arbeitsmarktdaten für März werden am Freitag veröffentlicht. Es wird erwartet, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) einen Anstieg um 60.000 Arbeitsplätze im März zeigen. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum stabil bei 4,4 % bleibt.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.