Der Australische Dollar (AUD) gibt am Freitag gegenüber dem US-Dollar (USD) leicht nach, wobei AUD/USD zum vierten Mal in Folge Verluste ausweitet, da der Greenback angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten breit unterstützt bleibt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert das Paar bei rund 0,6866 und fällt auf neue Zweimonatstiefs.
Der US-Dollar zieht weiterhin Unterstützung aus seinem Status als wichtigste Weltreservewährung, wobei Investoren zum Greenback greifen, um Finanzierungsbedarfe zu decken und in Zeiten erhöhter Marktunsicherheit Sicherheit zu suchen.
Gleichzeitig treiben steigende Ölpreise die Nachfrage nach dem USD indirekt an, da globale Rohöltransaktionen überwiegend in Dollar abgerechnet werden, was risikosensible Währungen wie den Australischen Dollar unter anhaltenden Druck setzt.
Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 100,19 und steht kurz davor, die Woche mit einem Plus von über 0,50 % abzuschließen. Im Gegensatz dazu steuert AUD/USD auf einen Wochenverlust von über 2 % zu, was den stärksten Rückgang seit Oktober 2025 markiert.

Aus technischer Sicht hat sich die Aussichten für AUD/USD nach dem Bruch unter die psychologische Marke von 0,7000 eingetrübt, die eng mit dem 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 0,7015 übereinstimmt.
Das jüngste Abwärtssegment hat das Paar zudem unter die mehrmonatige Unterstützungszone um 0,6900 gedrückt, was den Abwärtsdruck verstärkt und eine Verschiebung der kurzfristigen Marktstruktur signalisiert.
Der Relative Strength Index (RSI) zieht sich auf etwa 37 zurück und zeigt ein nachlassendes Momentum, ohne jedoch in den überverkauften Bereich vorzudringen, was Raum für weiteren Abwärtsdruck lässt. Die Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Linie bleibt unter ihrer Signallinie und bewegt sich weiter in den negativen Bereich, wobei das negative Histogramm leicht zunimmt, was den kurzfristigen Abwärtstrend bestätigt.
Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung am 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei rund 0,6815 erwartet. Ein Tagesschlusskurs unter diesem Niveau könnte das nächste bärische Ziel nahe der psychologischen Marke von 0,6700 freilegen, einer früheren Ausbruchszone, die weiteren Abwärtsbewegungen Grenzen setzen könnte.
Auf der Oberseite fungiert die Zone um 0,6900 nun als unmittelbarer Widerstand, nachdem sie zuvor als wichtige Unterstützung diente. Eine nachhaltige Bewegung über den 100-Tage-SMA, rund um die Marke von 0,7000, wäre erforderlich, um den Abwärtsdruck zu verringern und eine Fortsetzung des Aufwärtstrends zu signalisieren.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.