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EUR/USD klettert leicht, da der Dollar nach dem wöchentlichen Anstieg eine Verschnaufpause einlegt

FXStreetMar 27, 2026 3:35 PM
  • EUR/USD erholt sich, während der US-Dollar von den Intraday-Hochs nachgibt.
  • Schwache US-Verbraucherstimmung steht im Gegensatz zu steigenden Inflationserwartungen.
  • Märkte überdenken die Zinserwartungen angesichts hoher Ölpreise und geopolitischer Risiken.

EUR/USD steigt am Freitag nach anfänglicher Schwäche leicht an, da der US-Dollar (USD) von den Intraday-Hochs zurückfällt und dem Euro (EUR) etwas Unterstützung bietet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei rund 1,1545 und erholt sich damit von einem Tagestief bei 1,1501.

Der Pullback im US-Dollar erscheint weitgehend technischer Natur, da die Käufer nach einer starken Rallye Anfang dieser Woche, die den US Dollar Index (DXY) über die wichtige psychologische Marke von 100,00 trieb, eine Verschnaufpause einlegen.

Der Index, der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, bewegt sich derzeit um 99,85 und spiegelt eine moderate Pause im Aufwärtsmomentum wider. Er bleibt jedoch auf Kurs für Wochengewinne und wird angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten breit unterstützt.

Bei den Daten fielen die Zahlen der University of Michigan schwächer als erwartet aus. Der Consumer Sentiment Index sank im März 2026 auf 53,3, nach der vorläufigen Schätzung von 55,5. Der Consumer Expectations Index fiel ebenfalls von 54,1 auf 51,7.

Gleichzeitig stiegen die Inflationserwartungen an. Die 1-Jahres-Erwartung stieg von 3,4 % auf 3,8 %, während die 5-Jahres-Erwartung bei 3,2 % blieb.

Richmond Fed Präsident Thomas Barkin erklärte, dass höhere Benzinpreise die Verbraucherstimmung belasten und andere Ausgaben verdrängen könnten. Er fügte hinzu, dass selbst vor dem jüngsten Öl-Schock der Fortschritt bei der Inflation gefährdet war. Barkin merkte auch an, dass die Arbeitslosenquote zwar niedrig bleibe, der Arbeitsmarkt sich jedoch weiterhin fragil anfühle, was Risiken für beide Seiten des dualen Mandats der Fed hervorhebt.

Auf geopolitischer Ebene haben fehlende neue Schlagzeilen die Handelsbedingungen heute im Vergleich zu Anfang der Woche relativ beruhigt, als widersprüchliche Signale zu möglichen US-Iran-Verhandlungen die Volatilität anheizten. US-Präsident Donald Trump kündigte eine Verschiebung geplanter Militärschläge gegen die Energieinfrastruktur Irans an. Die ursprünglich bis Freitag gesetzte Frist wurde nun um 10 Tage verlängert. 

Da jedoch noch keine klaren Anzeichen für eine Lösung vorliegen und die Straße von Hormus weitgehend geschlossen ist, bleiben die Ölpreise hoch und befeuern weiterhin Inflationssorgen. Dies veranlasst die Märkte, die Zinserwartungen neu zu bewerten, wobei Händler nun 2-3 Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bis Jahresende einpreisen, während die Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) zurückgehen, wobei einige sogar eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr für möglich halten.

Zentralbanken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.

Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.

Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.

Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.

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