AUD/USD setzt seine Verlustserie am vierten Tag in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag bei rund 0,6880. Das Paar erreichte ein Zwei-Monats-Tief von 0,6877, belastet durch Schwäche im Australischen Dollar (AUD), da steigende Ölpreise die Stimmung angesichts der Unsicherheit rund um die Friedensgespräche zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran drücken.
US-Präsident Donald Trump sagte zuvor, dass Washington Angriffe auf den iranischen Energiesektor für 10 Tage aussetzen werde und damit die vorherige Frist vom 6. April verlängert, um Verhandlungsspielraum zu schaffen. Trump deutete an, die Entscheidung folge einer Anfrage aus dem Iran. Das Wall Street Journal berichtete jedoch, dass Vermittler angeben, der Iran bestreite eine solche Anfrage, was die Fragilität des diplomatischen Prozesses und die geringe Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Waffenstillstands unterstreicht.
Unterdessen erwägt das Pentagon Pläne, bis zu 10.000 zusätzliche Bodentruppen in den Nahen Osten zu entsenden. Verteidigungsbeamte erklärten, dass diese Option die strategische Flexibilität erhöhen soll, um bei einem Scheitern der Gespräche eine schnelle Eskalation zu ermöglichen und gleichzeitig eine glaubwürdige Abschreckung in der Region aufrechtzuerhalten.
Im Bereich der Geldpolitik warnte der stellvertretende Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA), Christopher Kent, am Donnerstag, dass die politischen Entscheidungsträger möglicherweise handeln müssen, um die Inflation einzudämmen, da die Energiepreise steigen. Kent fügte hinzu, dass der Vorstand weiterhin darauf fokussiert sei, eine niedrige, stabile Inflation und Vollbeschäftigung zu erreichen, was kurzfristig die neutralen Zinssätze anheben und eine straffere Politik erforderlich machen könnte.
Der Fed-Gouverneur Stephen Miran erklärte am Donnerstag, dass die Reduzierung der Bilanzsumme der Fed eine effektivere Zinspolitik unterstützen würde. Miran skizzierte einen möglichen Pfad zur Verringerung der Bestände um 1 bis 2 Billionen US-Dollar und stellte fest, dass eine kleinere Bilanz der Fed in zukünftigen Krisen größere Flexibilität verleihen würde, während eine größere Bilanz das Risiko birgt, die Märkte zu verzerren.
US-Daten gaben wenig neue Impulse, da die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 210.000 genau den Erwartungen entsprachen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die am Freitag anstehenden Verbraucherstimmungsdaten der University of Michigan (UoM) sowie die Inflationserwartungen für ein Jahr.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.