Das Paar USD/JPY steigt während der frühen europäischen Handelsstunden am Mittwoch auf rund 159,00. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem Greenback aufgrund steigender Energiepreise ab, die durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten getrieben werden. Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Friedensgespräche genau beobachten, um neue Impulse zu erhalten.
US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, dass die USA Fortschritte bei ihren Bemühungen machen, den Krieg mit Iran zu beenden, während Reuters berichtete, dass Washington Iran einen 15-Punkte-Vorschlag zur Beilegung geschickt habe. Dennoch bleiben die Friedensgespräche unsicher, da die iranischen Revolutionsgarden am Mittwoch erklärten, sie hätten Raketen auf Israel sowie auf Militärstützpunkte abgefeuert, die US-Truppen in Kuwait, Jordanien und Bahrain beherbergen.
Der Gouverneur der Federal Reserve (Fed), Michael Barr, sagte am Dienstag, dass die Zentralbank die Zinsen „für einige Zeit“ stabil halten müsse, bevor weitere Senkungen gerechtfertigt seien, und verwies auf die weiterhin über dem 2%-Ziel der Fed liegende Inflation sowie die Risiken durch den Konflikt im Nahen Osten.
Der hawkische Ton des Protokolls der Bank of Japan (BoJ) vom Januar könnte den JPY stützen und dem Paar Gegenwind verschaffen. Die Entscheidungsträger befürworteten weitere Zinserhöhungen. Einige Mitglieder betonten die Notwendigkeit eines zeitnahen Handelns, um den zunehmenden inflationsbedingten Druck und die Auswirkungen des schwachen Yen auf die Preise zu adressieren.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.