Das Paar EUR/USD gibt einen Großteil seiner frühen Gewinne auf und handelt während der europäischen Handelsstunden am Montag leicht höher bei etwa 1,1430. Das Hauptwährungspaar fällt zurück, da der US-Dollar (USD) die Hälfte seiner frühen Verluste wettmacht.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, 0,15% niedriger bei etwa 100,35. Dennoch liegt der DXY nahe seinem über neunmonatigen Hoch von 100,54, das am Freitag verzeichnet wurde.
Der US-Dollar wird allgemein stark gehandelt, da die Ölpreise steigen und die Marktstimmung aufgrund der Konflikte zwischen den Vereinigten Staaten (US), Israel und dem Iran risikoscheu ist.
In der Zwischenzeit warten die Anleger auf die geldpolitischen Ankündigungen der Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank, die für Mittwoch bzw. Donnerstag angesetzt sind. Beide Zentralbanken werden voraussichtlich die Zinssätze unverändert lassen.
Es wird erwartet, dass die Fed die Zinssätze stabil hält, da der durch die Straße von Hormuz ausgelöste Anstieg des Ölpreises die Inflationserwartungen destabilisiert hat. In der Sitzung werden die Anleger auch nach Hinweisen suchen, wie lange die Fed den Status quo aufrechterhalten wird. Laut dem CME FedWatch-Tool wird die Fed die Zinssätze in weiteren vier geldpolitischen Sitzungen stabil halten.
In der Zwischenzeit wird erwartet, dass die EZB die Zinssätze ebenfalls stabil hält, da der Preisdruck über einen längeren Zeitraum nahe dem Ziel von 2% geblieben ist.
Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.
Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.
Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.
Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.