Das AUD/JPY-Kreuz bleibt am zweiten aufeinanderfolgenden Tag auf der Rückseite und handelt während der asiatischen Sitzung am Freitag knapp über den mittleren 112,00er-Niveaus. Die Kassakurse hingegen zeigen keine bärische Überzeugung, was eine gewisse Vorsicht rechtfertigt, bevor man sich für eine Ausweitung des bescheidenen Pullbacks dieser Woche aus der Nähe der 114,00-Marke positioniert, oder dem höchsten Stand seit 1990.
Der Japanische Yen (JPY) erreichte Niveaus, die im Januar die sogenannten Zinsprüfungen auslösten, was Spekulationen anheizte, dass die Behörden eingreifen würden, um eine weitere Schwäche der heimischen Währung zu stoppen. Dies erweist sich als ein entscheidender Faktor, der als Gegenwind für das AUD/JPY-Kreuz wirkt. Allerdings könnten reduzierte Wetten auf eine sofortige Zinserhöhung durch die Bank of Japan (BoJ) die JPY-Bullen davon abhalten, aggressive Wetten abzuschließen.
Angesichts der Tatsache, dass Japan eines der energieabhängigsten Länder der Welt ist, droht der jüngste Anstieg der Rohölpreise, die Verbraucherpreise in die Höhe zu treiben und das Wirtschaftswachstum zu schwächen. Dies würde ein klassisches stagflationäres Umfeld schaffen und die Normalisierungsbemühungen der BoJ komplizieren. Im Gegensatz dazu scheinen die Händler nun überzeugt zu sein, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) die Zinssätze bereits nächste Woche erhöhen wird.
Der oben genannte fundamentale Hintergrund deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das AUD/JPY-Kreuz nach oben bleibt und jede weitere Korrektur wahrscheinlich begrenzt sein wird. Dennoch sind die Kassakurse auf dem besten Weg, wöchentliche Gewinne zu verzeichnen, da sich der Fokus nun auf die entscheidende RBA-Sitzung am nächsten Dienstag verlagert, die als Hinweis auf den geldpolitischen Ausblick dienen und frischen Schwung geben wird.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.