USD/CAD stabilisiert sich, nachdem im vorherigen Handel über 0,25% Gewinne verzeichnet wurden, und handelt während der asiatischen Stunden am Freitag bei etwa 1,3640. Der rohstoffgebundene kanadische Dollar (CAD) könnte jedoch angesichts der steigenden Ölpreise an Stärke gewinnen, da Kanada der größte Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl gab leicht nach, nachdem er im vorherigen Handel um mehr als 9% gestiegen war, und handelt zum Zeitpunkt des Schreibens nahe 95,00 USD pro Barrel. Die Ölpreise könnten jedoch weiter steigen, nachdem die Straße von Hormuz aufgrund des eskalierenden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran effektiv geschlossen wurde.
Die US-Rohölpreise sind seit Beginn des Krieges um mehr als 40% gestiegen. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte, dass der US-israelische Krieg gegen den Iran "die größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes" verursacht.
Irans neuer oberster Führer, Mojtaba Khamenei, sagte in seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit seiner Ernennung, dass die Schließung der Straße von Hormuz als "Werkzeug zur Druckausübung auf den Feind" fortgesetzt werden sollte. Khamenei warnte auch, dass alle US-Militärbasen in der Region sofort geschlossen werden sollten oder potenziellen Angriffen ausgesetzt wären.
Der Rückgang des USD/CAD-Paares könnte begrenzt sein, da der US-Dollar (USD) stabil bleiben könnte, da die Terminmärkte und Ökonomen erwarten, dass die Federal Reserve die Zinssätze bei der geldpolitischen Sitzung in der nächsten Woche unverändert lässt, wobei der Leitzins derzeit bei 3,50%–3,75% liegt.
In der Zwischenzeit warten die Händler auf eine weitere wichtige US-Inflationsveröffentlichung. Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) für Januar – der bevorzugte Inflationsindikator der Fed – wird später am Tag veröffentlicht, obwohl er nicht die Auswirkungen des Iran-Kriegs widerspiegeln wird. Die Märkte werden auch die erste Revision des BIP-Wachstums der USA für das vierte Quartal und das Verbrauchervertrauen im März beobachten.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.