
EUR/USD setzt seine Verluste in der dritten aufeinanderfolgenden Sitzung fort und handelt während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag um 1,1540. Das Paar wertet ab, da der US-Dollar (USD) stärker bleibt, während die steigenden Energiepreise die Inflationsrisiken erhöhen und die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) verringern.
Der am Mittwoch veröffentlichte Verbraucherpreisindex (VPI) der USA für Februar zeigte einen Anstieg der Inflation um 0,3% im Monatsvergleich (MoM) und 2,4% im Jahresvergleich (YoY), was weitgehend den Markterwartungen entsprach. Der Kern-VPI, der Nahrungsmittel und Energie ausschließt, stieg um 0,2% MoM und 2,5% YoY.
Die relativ stabilen Inflationszahlen verringerten die Ängste vor einem plötzlichen Anstieg des Preisdrucks und verstärkten die Erwartungen, dass die Federal Reserve die Zinssätze kurzfristig stabil halten könnte. Analysten weisen darauf hin, dass der jüngste VPI-Bericht die kürzliche Ölpreiserhöhung aufgrund geopolitischer Entwicklungen noch nicht vollständig widerspiegelt. Die persönlichen Konsumausgaben (PCE) der USA werden am Freitag im Fokus stehen.
Michiel Tukker und Benjamin Schroeder von der ING-Gruppe sagen, dass die Euro (EUR)-Zinsen sehr empfindlich auf Energiepreise reagieren, da die Märkte weiterhin Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) für 2026 einpreisen. Sie weisen darauf hin, dass fallende Energiepreise die Erwartungen an EZB-Zinserhöhungen zunichte machen und die 2-Jahres-Renditen senken könnten, während anhaltend hohe Energiekosten zunächst die Euro-Swap-Kurve abflachen könnten, bevor sie auf längerfristige Zinsen drücken.
Isabel Schnabel, Mitglied des Vorstandes der Europäischen Zentralbank, sagte, dass die politischen Entscheidungsträger anhaltende Energieschocks überwachen und auf steigende Inflationsrisiken in Europa achten müssen. Darüber hinaus erklärte Joachim Nagel, Mitglied des EZB-Rates und Präsident der Deutschen Bundesbank, dass die EZB bereit sei zu handeln, wenn höhere Energiekosten durch den Iran-Krieg zu dauerhaft höheren Inflationsraten in der Eurozone führen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.