Das Paar EUR/USD hält sich im frühen asiatischen Handel am Donnerstag stabil um 1,1590. Die Märkte werden vorsichtig im Vorfeld der Ansprache von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg. Der US-Bericht zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wird später am Donnerstag erwartet. Die US Nonfarm Payrolls (NFP) Daten stehen am Freitag im Fokus.
Trump wird am Donnerstag um 01:00 GMT eine Ansprache an die Nation halten, um ein "Update" zum Krieg mit Iran zu geben. Die Rede wird die erste größere nationale Ansprache des Präsidenten zum Konflikt seit den ersten gemeinsamen US-israelischen Angriffen auf Iran Ende Februar sein. Ein Beamter des Weißen Hauses sagte, dass Trump voraussichtlich die militärischen Erfolge der USA gegen Iran hervorheben und einen Zeitrahmen von zwei bis drei Wochen für den Abschluss der Operation bekräftigen wird.
Eine Entspannung der Spannungen zwischen den USA und Iran könnte die Marktstimmung verbessern, was den US-Dollar (USD) als sicheren Hafen belasten und dem wichtigen Währungspaar Rückenwind geben könnte.
Die Finanzmärkte preisen nun eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Straffung durch die Europäische Zentralbank (EZB) ein, mit einer 76%igen Chance für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (Bp) bis Juni 2026, so Reuters. Große Banken wie J.P. Morgan und Barclays haben ihre Prognosen angepasst und rechnen nun mit bis zu drei Zinserhöhungen in diesem Jahr.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.