EUR/USD steigt nach fünf Verlusttagen leicht an und handelt während der asiatischen Handelszeit am Dienstag um 1,1480. Händler werden voraussichtlich die deutschen Einzelhandelsumsätze und Arbeitslosendaten für Februar beobachten, die später am Tag veröffentlicht werden, sowie vorläufige Zahlen des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone für März.
Der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, sagte am Montag, dass die politischen Entscheidungsträger bereitstehen, zu handeln, falls sich die energiegetriebene Inflation ausweitet. Er fügte hinzu, dass der energiebedingte Schock im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg kurzfristig inflationsfördernd sein dürfte, die Europäische Zentralbank jedoch den anfänglichen Preisanstieg nicht verhindern könne.
Das Paar EUR/USD wertet auf, da der US-Dollar (USD) nach fünf aufeinanderfolgenden Gewinntagen nachgibt. Der Greenback könnte jedoch angesichts der steigenden Nachfrage nach sicheren Häfen im Zusammenhang mit den Unsicherheiten rund um die Spannungen im Nahen Osten eine Erholung erleben.
Das Wall Street Journal (WSJ) berichtete, dass US-Präsident Donald Trump offen dafür sei, den Iran-Krieg zu beenden, ohne die Straße von Hormus wieder zu öffnen, was auf eine Verschiebung der Prioritäten hindeutet. Die anhaltenden US-Truppenverlegungen deuten jedoch auf gemischte Signale und anhaltende Risiken für die globalen Energieflüsse hin.
Der Vorsitzende der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, stellte am Montag fest, dass die langfristigen US-Inflationserwartungen trotz der erhöhten Unsicherheiten im Nahen Osten gut verankert bleiben, und betonte, dass die geldpolitische Haltung der Fed es den Entscheidungsträgern ermögliche, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts zu bewerten.
Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, sagte, die Geldpolitik sei gut auf ungewöhnliche Umstände vorbereitet, und teilte Reuters am Montag mit, dass der Arbeitsmarkt weiterhin gemischte Signale sende.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.