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Japans Inflation fällt überraschend – Ölpreisschock ohne große Wirkung

FXStreetMar 24, 2026 7:30 AM

Die Inflation in Japan ist im Februar stärker als erwartet zurückgegangen. Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Volkmar Baur deuten schwache Preisentwicklungen bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln trotz höherer Ölpreise weiterhin auf einen disinflationären Trend hin. Das Umfeld zwinge die Bank of Japan nicht zu sofortigem Handeln. Zugleich werde eine eher vorsichtige geldpolitische Reaktion auf steigende Energiekosten erwartet. Sollte der Konflikt mit dem Iran enden, dürfte der japanische Yen profitieren.

Nachlassender Preisdruck begrenzt Handlungsdruck der Notenbank

"Die Inflation in Japan ist im Februar stärker als erwartet gefallen. Der Anstieg im Jahresvergleich lag im vergangenen Monat nur bei 1,3 %, ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte gegenüber Januar und unter dem Median der von Bloomberg befragten Analysten."

"Saisonbereinigt gingen die Preise im Vergleich zum Vormonat um 0,3 % zurück, wobei zu beachten ist, dass dies weitgehend auf sinkende Energiepreise zurückzuführen ist. Auch wenn dies den Eindruck erwecken mag, die Daten seien angesichts des Iran-Konflikts bereits überholt und böten wenig Einblick in die Zukunft, ist die Lage nicht ganz so einfach."

"Eines ist klar: Der Anstieg der Ölpreise dürfte die Inflation im März um etwa 0,3 Prozentpunkte gegenüber Februar erhöhen, getrieben allein durch die Benzinpreise. Gleichzeitig zeigen die Daten jedoch, dass der allgemeine Inflationsdruck weiter nachlässt."

"Insgesamt handelt es sich wahrscheinlich um ein Umfeld, das die Bank of Japan nicht zu sofortigem Handeln zwingt. Steigende Energiepreise werden die Inflation zwar erhöhen. Dennoch überwiegen derzeit weiterhin disinflationäre Tendenzen. Die Bank of Japan dürfte daher deutlich zurückhaltender auf den Anstieg der Energiepreise reagieren, auch wenn der Markt dies bereits einpreist. Umgekehrt bedeutet dies, dass der Yen profitieren dürfte, falls der Konflikt endet."

"Preisdaten aus dem März deuten zudem darauf hin, dass die deutlich steigenden Benzinpreise bislang keine spürbaren Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise haben. Die Preise für Obst, Gemüse und Reis scheinen im März leicht weiter gefallen zu sein, was den Inflationsanstieg in diesem Monat zusätzlich dämpfen dürfte. Zudem profitiert Japan davon, dass Benzin nur 1,8 % des Warenkorbs ausmacht – deutlich weniger als in anderen Ländern."

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