
Das Währungspaar AUD/JPY zieht während der frühen europäischen Sitzung am Freitag einige Käufer um 110,90 an. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) angesichts der Unsicherheit über den Zinsweg der Bank of Japan (BoJ). Händler bereiten sich auf die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Japans für das vierte Quartal (Q4) vor, das nächste Woche veröffentlicht wird.
BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda deutete auf eine wahrscheinliche „langfristige Beibehaltung“ der Zinssätze aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten hin, trotz eines langfristigen Engagements für die Normalisierung der Zinsen. In der Zwischenzeit sagte Japans Finanzministerin Satsuki Katayama am Freitag, dass die Regierung bereit sei, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts zu bekämpfen. Sie fügte hinzu, dass Japan nicht vollständig aus der Deflation heraus sei.
Händler haben eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 5% eingepreist, dass die japanische Zentralbank die Kreditkosten in diesem Monat von 0,75% anhebt. Die Wahrscheinlichkeit steigt auf etwa 65%, wenn die April-Sitzung einbezogen wird, so Bloomberg.
Auf der australischen Seite könnte ein engerer als erwarteter Handelsüberschuss den Aufwärtstrend des AUD kurzfristig begrenzen. Der Handelsüberschuss Australiens verringerte sich im Januar auf 2.631 Mio. MoM, wie das Australian Bureau of Statistics am Donnerstag zeigte. Diese Zahl lag unter dem Marktkonsens von 3.900 Mio. und folgte dem Überschuss von 3.373 Mio. im Dezember.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.