
Das britische Pfund (GBP) stärkt sich am Dienstag gegenüber dem japanischen Yen (JPY), da der Yen nach Berichten über die Bedenken von Japans Premierministerin Sanae Takaichi hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen in einem Treffen mit dem Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, in der letzten Woche allgemein schwächer wird.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt GBP/JPY nahe 210,45, bricht über seine zweiwöchige Spanne und liegt etwa 0,82% im Plus.
Laut der Mainichi nahm Premierministerin Takaichi „eine härtere Haltung ein als beim letzten Treffen im November letzten Jahres.“ Die Märkte reagierten schnell, da der Bericht eine weitere Schicht der Unsicherheit über den Straffungskurs der Bank of Japan hinzufügte. Die genauen Auswirkungen bleiben jedoch unklar.
Gouverneur Kazuo Ueda sagte am Montag, dass das Treffen ein allgemeiner Austausch von Ansichten über wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen war und betonte, dass die Premierministerin keine spezifischen geldpolitischen Anfragen gestellt habe.
Die Aussicht auf eine Verzögerung bei der Erhöhung der Kreditkosten lastet schwer auf dem Yen. Die Märkte warten nun auf weitere Klarstellungen von der BoJ, während die Händler den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung neu bewerten.
Frühere Erwartungen konzentrierten sich auf einen möglichen Schritt bereits im April, aber die neuesten Entwicklungen erhöhen die Möglichkeit, dass die Straffung auf die zweite Jahreshälfte verschoben werden könnte.
Gleichzeitig zeigten aktuelle Daten, dass die Inflation im Januar zurückgegangen ist, was die Ansicht verstärkt, dass die BoJ sich geduldig zeigen kann, bevor sie weitere Zinserhöhungen in Betracht zieht. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Verbraucherpreisindexdaten (CPI) aus Tokio, die am Freitag fällig sind.
Im Vereinigten Königreich könnten wachsende Erwartungen an Zinssenkungen durch die Bank of England (BoE) als Gegenwind für das britische Pfund wirken, angesichts weicherer Arbeitsmarkbedingungen und nachlassendem Inflationsdruck.
Die Händler warten nun auf die Aussage von BoE-Gouverneur Andrew Bailey später am Tag sowie auf Bemerkungen von mehreren anderen Entscheidungsträgern.
Die Bank of England (BoE) legt die Geldpolitik Großbritanniens fest. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität mit einer Inflationsrate von 2 %. Änderungen des Leitzinses wirken sich unmittelbar auf den Wert des britischen Pfunds aus.
Wenn die Inflation das Ziel der Bank of England übersteigt, reagiert sie mit Zinserhöhungen, was es für Privatpersonen und Unternehmen teurer macht, Kredite aufzunehmen. Dies ist positiv für das Pfund, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für globale Investoren attraktiver machen.
In Krisenzeiten greift die Bank of England zu außergewöhnlichen Maßnahmen wie der sogenannten quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE). Diese Politik wird angewandt, wenn Zinssenkungen nicht ausreichen, um das Finanzsystem wieder in Gang zu bringen. QE bedeutet, dass die Bank of England große Mengen an Geld druckt, um Vermögenswerte – in der Regel Staatsanleihen oder hoch bewertete Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten zu kaufen. Dies soll die Kreditvergabe ankurbeln, hat jedoch oft zur Folge, dass das Pfund Sterling an Wert verliert.
Die sogenannte Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) und wird in Phasen einer erstarkenden Wirtschaft und steigender Inflation angewendet. Während die Bank of England im Rahmen von QE Staats- und Unternehmensanleihen erwirbt, um die Kreditvergabe anzukurbeln, stellt sie bei QT diese Käufe ein und reinvestiert fälliges Kapital aus bereits gehaltenen Anleihen nicht. QT gilt in der Regel als förderlich für die Stabilität des britischen Pfunds.