
Das NZD/USD-Paar zieht einige Käufer an, nachdem es am Vortag in der Nähe der psychologischen Marke von 0,6000 gescheitert ist, und hält seine bescheidenen intraday Gewinne während der frühen europäischen Sitzung am Dienstag. Die Kassakurse handeln derzeit im Bereich von 0,5960-0,5965, was einem Tagesgewinn von 0,10% entspricht, obwohl der Anstieg an bullischer Überzeugung mangelt, angesichts eines gemischten fundamentalen Hintergrunds.
Die Gouverneurin der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ), Anna Breman, sagte letzte Woche, dass wir früher handeln würden, um die Zinsen zu erhöhen, wenn wir Veränderungen im Preisverhalten sehen, eine viel stärkere wirtschaftliche Erholung, die höhere Zinssätze aufrechterhalten kann. Dies, zusammen mit Anzeichen von Stabilität an den Aktienmärkten, bietet etwas Unterstützung für den risikosensiblen neuseeländischen Dollar (NZD) und erweist sich als wichtiger Faktor, der dem NZD/USD-Paar Rückenwind verleiht.
Dennoch bekräftigte die RBNZ einen akkommodierenden politischen Ausblick, nachdem sie den Leitzins (Official Cash Rate - OCR) bei 2,25% am Ende der Februarsitzung beibehalten hatte, inmitten der Erwartungen, dass die Inflation im nächsten Jahr wieder das Ziel erreichen wird. Die Händler reagierten schnell und schoben den wahrscheinlichen Zeitpunkt für eine Zinserhöhung weiter in die späte 2026. Abgesehen davon begrenzen frische Handelsängste und eine bescheidene Stärke des US-Dollars (USD) die Gewinne des NZD/USD-Paares.
US-Präsident Donald Trump kündigte eine neue globale Abgabe von 15% nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen seine umfassenden Zölle am Freitag an, was Sorgen über Vergeltungsmaßnahmen und Störungen der globalen Lieferketten schürt. Dies, zusammen mit geopolitischen Risiken, könnte jeglichen Optimismus an den Märkten dämpfen, was dem sicheren Hafen des Greenbacks zugutekommen sollte, angesichts gemischter Signale der US-Notenbank (Fed) und das NZD/USD-Paar begrenzen.
Tatsächlich zeigten die Protokolle der FOMC-Sitzung im Januar letzte Woche, dass mehrere Fed-Beamte der Meinung waren, dass zusätzliche geldpolitische Lockerungen möglicherweise nicht gerechtfertigt seien, bis es einen klaren Hinweis darauf gebe, dass der Fortschritt der Disinflation wieder auf Kurs sei. Dennoch preisen die Händler weiterhin die Möglichkeit von drei Zinssenkungen um 25 Basispunkte (bps) in diesem Jahr ein. Dies könnte die USD-Bullen davon abhalten, aggressive Wetten abzuschließen und die Verluste des NZD/USD-Paares begrenzen.
Die Anleger blicken nun auf die US-Konjunkturdaten vom Dienstag – die die Veröffentlichung des Verbrauchervertrauensindex des Conference Board und des Richmond Herstellungsindex umfassen. Dies, zusammen mit Reden von einflussreichen FOMC-Mitgliedern und der breiteren Risikostimmung, wird die USD-Nachfrage und das NZD/USD-Paar antreiben. Die vorgenannten divergierenden Kräfte erfordern jedoch eine gewisse Vorsicht, bevor man sich für eine feste kurzfristige Richtung positioniert.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.