
Das Paar NZD/USD gewinnt während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag an Momentum und nähert sich 0,5965, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar (USD). Die Unsicherheit über die US-Handelspolitik belastet weiterhin den Greenback gegenüber dem neuseeländischen Dollar (NZD). Die Berichte zum US-Erzeugerpreisindex (PPI) für Januar werden am Freitag die Höhepunkte darstellen.
Erneute Unsicherheit bezüglich der US-Handelspolitik entsteht, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA frühere Notfallzölle aufgehoben hat, was Präsident Trump dazu veranlasste, einen neuen globalen Zoll von 15 % gemäß Abschnitt 122 des Handelsgesetzes vorzuschlagen.
Darüber hinaus erwägt Trumps Verwaltung neue nationale Sicherheitszölle für ein halbes Dutzend Branchen, berichtete das Wall Street Journal (WSJ) am Montag. Die Quelle gab an, dass die neuen Zölle, die unter Abschnitt 232 des Handelsausweitungsgesetzes von 1962 erlassen werden sollen, getrennt von der am Samstag angekündigten globalen Abgabe von 15 % sein würden. Frische Zollunsicherheiten könnten den Greenback untergraben und kurzfristig als Rückenwind für das Paar wirken.
Andererseits könnte eine dovishe Haltung der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) den Aufwärtstrend des NZD begrenzen. Die neuseeländische Zentralbank beschloss, den Official Cash Rate (OCR) auf ihrer Sitzung im Februar unverändert zu belassen. Während der Pressekonferenz signalisierte die neue Gouverneurin der RBNZ, Anna Breman, eine akkommodierende Haltung und verschob die Erwartungen für die erste mögliche Zinserhöhung auf Ende 2026.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.