
Der Euro (EUR) gibt am Montag gegenüber dem britischen Pfund (GBP) nach, während die Marktbedingungen dünn sind. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird EUR/GBP bei etwa 0,8689 gehandelt und bleibt innerhalb seiner einwöchigen Handelsspanne.
Die von Eurostat veröffentlichten Daten zeigten, dass die Industrieproduktion saisonbereinigt im Monatsvergleich im Dezember um 1,4% zurückging, was leicht besser ist als die Prognose von -1,5%, aber deutlich niedriger als die zuvor verzeichnete Expansion von 0,3%, die von 0,7% nach unten revidiert wurde.
Auf einer jährlich arbeitstagbereinigten Basis stieg die Industrieproduktion um 1,2%, was die Markterwartung von 1,3% verfehlte und im Vergleich zum vorherigen Wert von 2,2% langsamer wurde.
Die Daten deuten leicht dovish auf, was die Ansicht verstärkt, dass der Industriesektor der Eurozone weiterhin fragil bleibt. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie die Erwartungen an die geldpolitische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank (EZB) wesentlich verändern, da die Märkte allgemein erwarten, dass die Zentralbank die Zinssätze bis 2026 unverändert lässt.
In der Zwischenzeit berichtete Reuters am Samstag, dass die EZB sagte, dass potenziell "alle Zentralbanken" außerhalb des Eurogebiets Euros gegen Sicherheiten, die in der Währung der Eurozone denominiert sind, leihen dürften.
Im Rahmen des überarbeiteten Rahmens werden Zentralbanken in der Lage sein, bis zu 50 Milliarden Euro gegen in Euro denominierte handelbare Vermögenswerte zu leihen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte, dass die neu gestaltete Repo-Einrichtung die Rolle des Euros stärkt.
Im Vereinigten Königreich warten die Händler auf eine Vielzahl von Wirtschaftsdaten, die die kurzfristigen Zinserwartungen der Bank of England beeinflussen könnten.
Die Arbeitsmarktdaten werden am Dienstag veröffentlicht, gefolgt von den Verbraucherpreisindex (CPI) und Erzeugerpreisindex (PPI) Zahlen sowie dem Einzelhandelspreisindex am Mittwoch. Die Anleger neigen zu einer Zinssenkung im März von der BoE, wobei die Marktpreise eine Wahrscheinlichkeit von etwa 65% für eine Lockerung widerspiegeln.
In der Eurozone verlagert sich der Fokus auf die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag und die Verbraucherpreisindex (CPI) Daten Deutschlands, die frische Impulse für EUR/GBP liefern könnten.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.