
EUR/USD eröffnet die Woche mit einem schwächeren Ton und handelt während der asiatischen Sitzung am Montag nahe 1,1860. Die Aktivität dürfte gedämpft bleiben, da die Märkte in den Vereinigten Staaten (US) wegen des Präsidententags geschlossen sind, während auch das Festlandchina für die einwöchige Neujahrsferienpause geschlossen ist.
Die Verluste im EUR/USD-Paar könnten begrenzt sein, da der US-Dollar (USD) nach den schwächeren CPI-Zahlen für Januar nachgeben könnte, die die Erwartungen verstärkten, dass die Federal Reserve (Fed) später in diesem Jahr die Zinsen senken könnte.
Der US-CPI stieg im Januar um 2,4% im Jahresvergleich (YoY), nach 2,7% im Dezember und lag unter der Prognose von 2,5%. Auf monatlicher Basis moderierte sich die Verbraucherinflation auf 0,2%, nach 0,3% zuvor und unter den Markterwartungen von 0,3%.
Darüber hinaus zeigten die jüngsten Daten, dass die Nonfarm Payrolls im größten Umfang seit über einem Jahr gestiegen sind, während die Arbeitslosenquote unerwartet gesunken ist, was auf einen stabilisierenden Arbeitsmarkt hinweist. Die Märkte erwarten allgemein, dass die Fed die Zinsen im März unverändert lässt, bevor sie bis zum Jahresende zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vornimmt.
Laut dem CME FedWatch-Tool rechnen die Anleger nun mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 90%, dass die Fed die Zinsen auf ihrer Sitzung im März stabil hält, gegenüber 81% eine Woche zuvor. Die Märkte preisen ungefähr zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte bis zum Jahresende ein, wobei der erste Schritt im Juni mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 52% gesehen wird.
In der Zwischenzeit fand der Euro (EUR) Unterstützung, da Signale darauf hindeuten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) weitgehend unbesorgt über die jüngste Aufwertung der Währung ist. EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die erklärte, dass die Inflationsprognose für die Eurozone in einer "guten Lage" sei, warnte davor, überreagieren zu wollen auf kurzfristige oder volatile Daten.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.