
Das Paar USD/CAD handelt am Mittwoch im frühen asiatischen Handel zum vierten Mal in Folge im negativen Bereich nahe 1,3550. Höhere Rohölpreise stützen weiterhin den rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD) gegenüber dem Greenback. Alle Augen werden auf die verspäteten US-Arbeitsmarktdaten für Januar gerichtet sein, die später am Mittwoch fällig sind.
US-Präsident Donald Trump drohte Iran mit möglichen Militärangriffen, falls Teheran seinen Forderungen zu Themen von der nuklearen Anreicherung bis zu ballistischen Raketen nicht nachkommt, berichtet das Wall Street Journal. Anhaltende geopolitische Risiken könnten die Rohölpreise in die Höhe treiben und dem rohstoffgebundenen Loonie etwas Unterstützung bieten. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes Ölexportland ist und hohe Rohölpreise in der Regel einen positiven Einfluss auf den CAD haben.
Darüber hinaus könnte eine Veränderung der Erwartungen an die Geldpolitik der Bank of Canada (BoC) zum Anstieg des CAD beitragen. Die Arbeitslosenquote in Kanada fiel auf 6,5%, den niedrigsten Stand seit September 2024, wie Statistics Canada letzte Woche zeigte. Diese Zahl fiel besser aus als die Erwartungen von 6,8%. Dieser Bericht hat das Abwärtsrisiko für Kanadas Wachstum und geldpolitischen Ausblick verringert und die Erwartungen an eine aggressive Lockerung der BoC eingeengt.
Händler werden den verspäteten US-Beschäftigungsbericht genau beobachten, um weitere Hinweise auf die Zinsausblicke der USA zu erhalten. Die Märkte erwarten, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) zeigen, dass im Januar 70.000 Arbeitsplätze in der US-Wirtschaft hinzugekommen sind, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich stabil bei 4,4% bleibt. Bei stärkeren als erwarteten Ergebnissen könnte dies den US-Dollar (USD) kurzfristig gegenüber dem CAD anheben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.