
USD/CAD setzt seine Gewinnsträhne am fünften aufeinanderfolgenden Tag fort und handelt während der asiatischen Stunden am Donnerstag um 1,3860. Das Paar wertet auf, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Herausforderungen gegenübersteht, nachdem US-Präsident Donald Trump Anstrengungen signalisiert hat, die venezolanischen Rohölimporte wiederherzustellen, was Bedenken hinsichtlich eines zusätzlichen Angebots und erhöhter Konkurrenz für die kanadische Ölnachfrage aufwirft.
Premierminister Mark Carney sagte jedoch, dass kanadisches Rohöl auch bei einem Anstieg der venezolanischen Exporte ein geringes Risiko und wettbewerbsfähig bleibt. Sein Büro gab bekannt, dass Carney vom 13. bis 17. Januar China besuchen wird, um die Exporte Kanadas von den Vereinigten Staaten zu diversifizieren, angesichts der Unsicherheit über die Handelspolitik der USA.
Der saisonbereinigte Ivey Einkaufsmanager-Index (EMI) Kanadas stieg im Dezember 2025 auf 51,9, nach 48,4 im November, übertraf die Erwartungen von 49,5 und signalisiert eine Rückkehr zur Expansion nach einem Monat der Kontraktion. Die Handelsbilanzdaten Kanadas für Oktober werden am Donnerstag veröffentlicht.
Der US-Dollar (USD) bleibt stabil, da die Daten auf ein fragiles wirtschaftliches Umfeld in den USA vor dem entscheidenden Arbeitsmarktbericht am Freitag hinweisen, was die Marktstimmung dämpft. Es wird erwartet, dass die US Nonfarm Payrolls (NFP) im Dezember einen Anstieg von 55.000 Arbeitsplätzen zeigen, nach 64.000 im November.
Das Institute for Supply Management (ISM) berichtete am Mittwoch, dass der US-EMI für den Dienstleistungssektor im Dezember auf 54,4 gestiegen ist, nach 52,6 im November. Diese Zahl war stärker als die Erwartung von 52,3. Der ADP-Beschäftigungswechsel zeigte einen Anstieg von 41.000 Arbeitsplätzen im Dezember, nach einem revidierten Rückgang von 29.000 im November. Die Zahl liegt leicht unter den Markterwartungen von 47.000.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.