
GBP/USD gewinnt an Boden, nachdem es in der vorherigen Sitzung nur geringe Verluste verzeichnete und während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch um 1,3450 gehandelt wird. Das Pfund Sterling (GBP) stärkt sich gegenüber seinen Peers inmitten der Optimismus, dass der Konflikt im Nahen Osten möglicherweise einen geringeren Einfluss auf die Inflation haben könnte als zunächst befürchtet.
Die Marktstimmung verbesserte sich, als die Ölpreise nachließen, nachdem das Wall Street Journal berichtete, dass die Internationale Energieagentur (IEA) die größte Ölreservenfreigabe in ihrer Geschichte in Betracht zieht, um die Märkte zu stabilisieren. Der vorgeschlagene Abbau würde die 182 Millionen Barrel übersteigen, die 2022 nach der Invasion Russlands in die Ukraine freigegeben wurden.
Das Vertrauen der Anleger verbesserte sich ebenfalls, nachdem US-Präsident Donald Trump sagte, der Konflikt könnte schnell enden, und ankündigte, dass die US-Marine Tanker durch die Straße von Hormuz eskortieren würde, um wichtige Schifffahrtsrouten zu schützen.
In der Zwischenzeit haben sich die Erwartungen an die Geldpolitik der Bank of England (BoE) verschoben, wobei die Händler erneut auf mögliche Zinssenkungen setzen. Standard Chartered und Morgan Stanley erwarten nun, dass die BoE im zweiten Quartal mit Zinssenkungen beginnen wird, und verzögern frühere Prognosen aufgrund von Inflationsrisiken, die mit dem Konflikt im Nahen Osten verbunden sind. Der jüngste Anstieg der Energiepreise hat Bedenken hinsichtlich der Inflation geweckt, was die Zentralbanken, einschließlich der BoE, zwingen könnte, ihre Lockerungspfade anzupassen.
Die Märkte preisen derzeit eine 98%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die BoE die Zinsen in diesem Monat unverändert lässt, so die von der London Stock Exchange Group (LSEG) zusammengestellten Daten. Die britische Brokerage hat ihre erwartete Zinssenkung im März auf das zweite Quartal verschoben und ihre Prognose für nachfolgende Senkungen um einen viertel Punkt reduziert, sodass der Endzinssatz bis Ende 2026 bei 3,25% liegt, berichtete Reuters.
Das Währungspaar GBP/USD steigt ebenfalls, da der US-Dollar (USD) vor den heute fälligen US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI) gedämpft bleibt. Der Greenback könnte jedoch an Boden gewinnen, da die Nachfrage nach sicheren Anlagen aufgrund der wachsenden Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten steigt. Trump sagte am späten Montag, dass der Konflikt bald enden könnte, obwohl US-Beamte am Dienstag anzeigten, dass die militärischen Operationen im Iran intensiver werden, mit begrenzten Aussichten auf diplomatische Verhandlungen. In der Zwischenzeit warnten die Revolutionsgarden Irans, dass die Blockade der Straße von Hormuz fortgesetzt werde, bis die Angriffe der USA und Israels aufhören.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.