
Das Währungspaar USD/JPY zieht während der frühen asiatischen Handelsstunden am Montag einige Verkäufer um 154,35 an. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem japanischen Yen (JPY) aufgrund von Zollunsicherheiten. Der US-Erzeugerpreisindex (EPI) für Januar wird später am Freitag im Fokus stehen.
Die Zollunsicherheit blieb bestehen, nachdem US-Präsident Donald Trump den Obersten Gerichtshof der USA scharf kritisiert hatte, weil er seine Nutzung von Notstandsbefugnissen zur Einführung sogenannter reziproker Zölle aufgehoben hatte. Am Samstag erklärte Trump, dass er den globalen Zoll von 10% auf 15% erhöhen werde, um protektionistische Handelsmaßnahmen zu erhalten und mehrere andere Untersuchungen einzuleiten.
Andererseits stieg der nationale Verbraucherpreisindex (VPI) Japans im Januar um 1,5% im Vergleich zum Vorjahr, nach 2,1% im Dezember. Dieser Wert erreichte den niedrigsten Stand seit März 2022. Die Kerninflation fiel kürzlich auf ein Zweijahrestief von 2% im Januar und entspricht dem Ziel der Bank of Japan (BoJ). Der schwächere Inflationsbericht hat die Erwartungen an eine sofortige Zinserhöhung der BoJ gedämpft. Dies könnte wiederum den JPY belasten und den Abwärtstrend des Paares begrenzen.
Nach dem Sieg von Premierministerin Sanae Takaichi bei der Neuwahl werden die Händler die potenziellen fiskalischen Ausgabenpläne genau beobachten. Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi sagte am Freitag, dass die notwendigen Ausgaben so weit wie möglich durch den ursprünglichen Haushalt finanziert werden. Sie erklärte weiter, dass sie das Verhältnis von Schulden zu BIP stetig senken und die fiskalische Nachhaltigkeit wiederherstellen werde.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.