
AUD/JPY festigte sich am Mittwoch moderat und stieg um etwa 0,4%, da die hawkische Haltung der Reserve Bank of Australia (RBA) weiterhin die australische Dollar (AUD)-Seite des Währungspaares stützt. Die in dieser Woche veröffentlichten Protokolle der RBA wiesen darauf hin, dass die Inflationsrisiken gestiegen sind und der Vorstand bereit ist, erneut zu handeln, was im Gegensatz zum allmählicheren Normalisierungspfad der Bank of Japan (BoJ) von 0,75% steht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Japans für das vierte Quartal fiel zu Beginn dieser Woche mit 0,1% gegenüber dem Vorquartal unter die Erwartungen, was jedoch die Markterwartungen für eine Zinserhöhung der BoJ im April nicht entmutigt hat. Der Donnerstag bringt ein wichtiges doppeltes Ereignisrisiko: Die australischen Beschäftigungsdaten für Januar zu Beginn der Sitzung, gefolgt von den Inflationszahlen des nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) Japans für Januar später am Handelstag, wobei jede positive Überraschung bei der Kerninflation die Wetten auf eine Straffung der BoJ verstärken und das Währungspaar belasten könnte.
Auf dem Tageschart handelte AUD/JPY am Mittwoch in einer engen Spanne und schloss nahe der Marke von 109,00, was einem Anstieg von etwa 0,4% in einer ansonsten ruhigen Sitzung entspricht. Das Paar hält sich weiterhin über dem steigenden 50-Tage-EMA nahe 106,50 und deutlich über dem 200-Tage-EMA bei 100,81, was bestätigt, dass der Aufwärtstrend vom späten Novembertief nahe 100,35 anhält. Der Stochastische Oszillator befindet sich im neutralen Bereich nahe der Mittellinie, was darauf hindeutet, dass das Momentum ausgewogen ist und dem Paar Raum gibt, sich in beide Richtungen zu entwickeln, abhängig von den Daten am Donnerstag. Eine Ansammlung von kleinen Kerzen nahe 109,00 in den letzten Sitzungen deutet auf einen Markt hin, der auf einen Katalysator wartet. Der Widerstand liegt beim Jahreshoch von 110,790; ein Durchbruch darüber würde den Weg in Richtung 112,00 öffnen. Die Unterstützung liegt bei 108,00, mit dem 50-Tage-EMA bei 106,490 darunter.

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.