
Das Währungspaar USD/CAD gewinnt während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch auf etwa 1,3645. Der Kanadische Dollar (CAD) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) aufgrund eines schwächeren Inflationsberichts und niedrigerer Rohölpreise. Alle Augen sind auf die Minuten des Federal Open Market Committee (FOMC) gerichtet, die später am Mittwoch fällig sind.
Die am Dienstag von Statistics Canada veröffentlichten Daten zeigten, dass die Inflation des Verbraucherpreisindex (VPI) in Kanada im Januar auf 2,3% im Jahresvergleich von 2,4% im Dezember zurückging. Dieser Wert lag unter dem Marktkonsens von 2,4%. Dieser Bericht verstärkt die Annahme, dass die Bank of Canada den Leitzins erneut senken wird, was den Loonie gegenüber dem USD belastet.
Unterdessen fallen die Rohölpreise aufgrund der nachlassenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi erklärte am Dienstag, dass beide Länder in Gesprächen zur Beilegung ihres langjährigen nuklearen Streits ein Verständnis über die wichtigsten "Leitprinzipien" erzielt hätten, was jedoch nicht bedeutet, dass ein Deal unmittelbar bevorsteht. Diese Schlagzeile untergräbt den rohstoffgebundenen CAD. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes Ölexportland ist und niedrige Rohölpreise im Allgemeinen negative Auswirkungen auf den Loonie haben.
Die Aufmerksamkeit wird sich am Mittwoch auf die FOMC-Minuten richten. Der Bericht könnte einige Hinweise auf die zukünftige Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) geben. Eine dovishe Haltung der Fed könnte den US-Dollar (USD) kurzfristig nach unten ziehen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.