
Das Paar USD/CAD verzeichnet am Freitag während der asiatischen Handelsstunden moderate Gewinne um 1,3615. Der US-Dollar (USD) steigt gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) inmitten der Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) in naher Zukunft die Zinssätze nicht senken wird. Der Bericht über die Inflation des US-Verbraucherpreisindex (VPI) wird später am Freitag im Mittelpunkt stehen.
Die US Nonfarm Payrolls (NFP) stiegen im Januar um 130.000, über dem Marktkonsens von 70.000, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum auf 4,3% sank. Die jüngsten, besser als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten verringern die Chancen, dass die US-Notenbank bis zur Mitte des Jahres eine Notwendigkeit sieht, die Zinssätze erneut zu senken, was den Greenback gegenüber dem CAD stützt.
Unterdessen fallen die Rohölpreise inmitten der Erwartungen eines Rückgangs der globalen Ölnachfrage für 2026. Dies belastet wiederum den rohstoffgebundenen Loonie. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein großes Ölexportland ist und niedrige Rohölpreise im Allgemeinen negative Auswirkungen auf den CAD haben.
Andererseits könnten dovishe Äußerungen von Fed-Vertretern den USD kurzfristig nach unten ziehen. Das Mitglied des Gouverneursrats der Fed, Stephan Miran, sagte am Freitag, dass die Geldpolitik passiv strenger geworden ist. Miran fügte hinzu, dass die Zentralbank sich niedrigere Zinssätze leisten kann.
Händler haben derzeit nahezu 92% Wahrscheinlichkeit eingepreist, dass die Fed die Zinssätze bei ihrer nächsten Sitzung stabil hält, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der Sitzung im Juni nun bei nahezu 50% liegt, laut dem CME FedWatch-Tool.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.