Ueda von der BoJ: Vorübergehende Öl-Schocks können dauerhaft werden
Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, sagte, dass eine identische Ölpreiserhöhung je nach Löhnen, Erwartungen, Nachfrage und Wechselkursen unterschiedliche Auswirkungen haben kann, berichtete Reuters am Mittwoch.
Wichtige Zitate
Versorgungsunterbrechungen stehen im Vordergrund, sind nicht neu, aber zunehmend häufig.
Zentralbanken sollten sich nicht ausschließlich auf die Ölpreise konzentrieren.
Eine identische Ölpreiserhöhung kann je nach Löhnen, Erwartungen, Nachfrage und Wechselkursen unterschiedliche Auswirkungen haben.
Hohe Inflationserwartungen und steigende Löhne erhöhen das Risiko von Zweitrundeneffekten.
Niedrige Erwartungen und stagnierende Löhne können die zugrunde liegende Inflation trotz großer Kostenschocks niedrig halten.
Die Trennlinie zwischen vorübergehender und anhaltender Inflation ist nicht festgelegt.
Ein vorübergehender Schock kann dauerhaft werden, wenn er Löhne, Erwartungen und Preisbildungsprozesse verändert.
Umgekehrt kann ein großer Schock vorübergehend bleiben, wenn die Übertragungskanäle nicht aktiviert werden.
Die Erfahrung Japans mit Ölschocks zeigt, dass diese Tests des gesamten Inflationsrahmens sind, nicht nur Ölschocks.
Der Energieschock seit 2021 hat Japan aus der Deflation herausgeholfen, aber nicht in eine Inflationsexplosion im Stil der 1970er Jahre geführt.
Marktreaktion
Bei Redaktionsschluss liegt das Paar USD/JPY mit 0,15 % im Minus bei 159,22.
Bank of Japan - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.
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