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IWF warnt vor Fragmentierungsrisiken durch die Verlagerung von Vermögenswerten auf gemeinsam genutzte digitale Register

CryptopolitanJul 4, 2026 9:54 AM
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Der IWF hat davor gewarnt, die Tokenisierung ohne geeignete Systeme übereilt einzuführen. Die Finanzaufsichtsbehörde erklärt, dass die Übertragung von Vermögenswerten auf gemeinsame digitale Register den gesamten Handelsprozess automatisieren und den Markt somit automatisierten Systemen ohne klare Regulierung ausliefern wird.

In einem kürzlich erschienenen Blogbeitrag erklärteTobias Adrian, Finanzberater des IWF und Direktor der Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte, dass Prozesse, die heute sequenziell ablaufen, künftig von Software und nicht mehr von institutionellen Verfahren ausgeführt werden, sobald finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf gemeinsam genutzte digitale Register übertragen werden.

Er argumentierte, dass die Tokenisierung eine strukturelle Veränderung der Funktionsweise des Finanzwesens darstelle und dass sie mit eigenen Risiken verbunden sei.

Der IWF warnt vor großen Risiken bei der Tokenisierung

In einem Beitrag auf X wies der IWF darauf hin, dass sich durch die Tokenisierung Risiken von den Bilanzen von Banken und Investmentfonds auf Unternehmen verlagern könnten, die tokenisierte Systeme betreiben.

Der IWF betonte, dass die Politik angepasst werden müsse, bevor man überhaupt über Migration nachdenke.

Adrian äußerte jedoch auch Bedenken hinsichtlich des Vermögenswerts, der die endgültige Abrechnung in einem vollständig tokenisierten System absichern würde. Er erläuterte ausführlich, warum er alle drei verfügbaren Optionen für begrenzt hält.

Adrian betrachtete tokenisierte Bankeinlagen und erklärte, diese repräsentierten bestehende Bankverbindlichkeiten und erhielten den aktuellen regulatorischen Rahmen aufrecht. Er verwarf sie jedoch, da sie ebenfalls ein Echtzeit-Liquiditätsmanagement rund um die Uhr erforderten. Zuvor Cryptopolitan berichtet , dass der Wert tokenisierter realer Vermögenswerte auf 65 Milliarden US-Dollar gestiegen sei.

Adrian wies darauf hin, dass Stablecoins Programmierbarkeit und eine größere Reichweite bieten, lehnte sie aber ab, da sie immer noch von der Qualität ihrer Reserven und der Widerstandsfähigkeit ihrer Emittenten abhängen, um ihren festen Wert aufrechtzuerhalten. 

Adrian analysierte eine dritte Option: tokenisierte Zentralbankreserven. Laut seinen Angaben eliminieren tokenisierte Zentralbankreserven das Kreditrisiko aus der Abwicklungsschicht. Allerdings erfordern sie von den Zentralbanken den Betrieb oder die Überwachung programmierbarer Infrastruktur, die über die Anforderungen traditioneller Zahlungssysteme hinausgeht. Dem Direktor der Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte zufolge bietet keine dieser Optionen eine optimale Lösung.

Der IWF wendet sich gegen die von der Tokenisierung versprochene 24/7-Abwicklung

Adrian wies zudem darauf hin, dass eine Abwicklungsstruktur rund um die Uhr ein Problem darstellt, für das die Regulierungsbehörden noch keine Lösung gefunden haben. Er betonte, dass die Märkte ihre Praktiken seit jeher auf Geschäftstagzyklen, Übernachtfenstern, Tagesabschluss und Clearing am Folgetag aufgebaut haben.

Ohne diese bestehenden Regulierungen müsste die Liquidität möglicherweise direkt auf tokenisierter Infrastruktur kontrolliert werden, ohne dass klar definiert wäre, wer die Kontrolle hat und wo das moralische Risiko liegt.

Adrian stellte klar, dass die Tokenisierung zwar tatsächlich Reibungsverluste beseitigt, im Gegenzug aber auch wichtige, derzeit im System eingebaute Puffer beseitigt.

Der IWF erklärte außerdem, dass der Markt wissen müsse, ob ein tokenisierter Datensatz einen endgültigen Eigentumsnachweis darstellt und rechtlich anerkannt ist. Die Regulierungen müssten zudem klar festlegen, welche Gerichtsbarkeit im Streitfall Anwendung findet.

Der IWF warnte davor, dass die Tokenisierung weiterhin fehlerhaft bleiben und nicht zum Rückgrat des globalen Finanzwesens werden könne, solange die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht geklärt seien.

Die Finanzorganisation argumentierte außerdem, dass in Entwicklungsländern grenzüberschreitende tokenisierte Kapitalflüsse das Risiko volatiler Kapitalbewegungen erhöhen und dadurch möglicherweise lokale Währungen destabilisieren.

US-Regulierungsbehörden arbeiten bereits daran, bestehende Wertpapierregeln auf tokenisierte Vermögenswerte anzuwenden. Sie diskutieren derzeit verschiedene Vorgehensweisen, und große Finanzinstitute bauen ihre Tokenisierungsinfrastruktur aus.

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