Dem ehemaligen Hodlnaut-Chef drohen 20 Jahre Haft wegen der Terra-Folgen
Die Regierung von Singapur hat den ehemaligen CEO der bekannten Kryptobörse Hodlnaut wegen sechs Fällen von Betrug angeklagt. Grund dafür sind falsche Angaben im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Unternehmens während der Marktturbulenzen des Jahres 2022.
Der Zusammenbruch von UST Anfang Mai 2022 führte zu Verlusten im gesamten Kryptosektor. Auch Hodlnaut blieb nicht verschont. Das Unternehmen investierte 317 Millionen US-Dollar aus den Kundenkonten in das Anchor-Protokoll auf Terra, ohne diese Details den Kunden offenzulegen. Mit dem Zusammenbruch von UST erlitt Hodlnaut Verluste in Höhe von 189,7 Millionen US-Dollar.
Der Zusammenbruch von Hodlnaut und die Rolle des CEOs dabei
Hodlnaut wurde im April 2019 als Online-Plattform gegründet, die es Nutzern weltweit ermöglichte, ihre Bitcoin, Ethereumund Stablecoin-Bestände gegen Zinszahlungen einzuzahlen. Simon Lee und Zhu Juntao fungierten als Mitgründer von Hodlnaut.
In diesem Zusammenhang studierte der 36-jährige Singapurer Zhu Juntao an der Singapore Management University und verfügte über Berufserfahrung bei der Credit Suisse. Unter seiner Führung entwickelte sich Hodlnaut zu einem Unternehmen mit über 30.000 Kunden, einer jährlichen Rendite von bis zu 10 % und einem verwalteten Vermögen von rund 750 Millionen US-Dollar.
Nach dem Zusammenbruch von Terra setzte Hodlnaut im Juni 2022 die Auszahlungsanträge der Kunden aus und ging schließlich in ein Insolvenzverfahren. Als die Plattform im August 2022 abgeschaltet wurde, beliefen sich die ausstehenden Forderungen des Unternehmens gegenüber den Nutzern auf schätzungsweise 281 Millionen US-Dollar, während das Vermögen lediglich 88 Millionen US-Dollar betrug, was zu einem defivon rund 193 Millionen US-Dollar führte.
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Fehlgeleitete Öffentlichkeitsarbeit und falsche Versprechungen gegenüber Kunden
Die Staatsanwaltschaft wirft Zhu Juntao vor, seine Angestellten während und nach dem Zusammenbruch der UST zu falschen Versprechungen angestiftet zu haben. Von Mai bis Juli 2022 soll Zhu seinen Angestellten Goh Chang Teck dazu angestiftet haben, in der offiziellen Hodlnaut-Telegram-Chatgruppe falsche Versprechungen zu machen.
In einem solchen Fall, der vor dem 25. Mai 2022 begangen wurde, gab er angeblich ein falsches Versprechen ab, dass das Unternehmen nicht direkt an LUNA oder UST beteiligt sei und dass keine Gelder des Unternehmens in diese Vermögenswerte investiert worden seien.
Zhu soll außerdem die Mitarbeiterin Megan Lois Lau Shi May angewiesen haben, im Jahr 2022 eine E-Mail an etwa 30 Nutzer zu senden. In der E-Mail wurde behauptet, dass Hodlnaut als Unternehmen keine Verluste erlitten habe, obwohl Nutzer, die auf der Plattform mit US-Staatsanleihen handelten, diese Verluste erlitten hätten.
Darüber hinaus veröffentlichte Zhu selbst im Juni 2022 drei Beiträge auf seinem persönlichen X-Account (ehemals Twitter). Einige dieser Beiträge lauteten: „Hodlnaut als Unternehmen hat keine Verluste bei UST erlitten, Nutzer, die UST auf unserer Plattform hielten/kauften, schon“, „Habe das verpasst, war aber nicht von der Kursentwicklung von $UST betroffen und habe durch das Debakel keine Verluste erlitten“ und ähnliches.
Anklagen, Gerichtstermine und Höchststrafen für Gefängnisaufenthalte warten auf ihre Zustimmung
Zhu erschien am 26. Mai 2026 vor Gericht, wo er offiziell wegen sechs Fällen von Betrug durch falsche Angaben gemäß Abschnitt 424A(1)(a) in Verbindung mit Abschnitt 424A(3) des Strafgesetzbuches von 1871 angeklagt wurde.
Es gab drei weitere Anklagepunkte gemäß Paragraf 109 wegen Anstiftung. Er plädierte auf nicht schuldig und bestritt alle Vorwürfe. Eine Vorverhandlung wurde für Juni 2026 anberaumt.
Wird Zhu in einem der Anklagepunkte für schuldig befunden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft, eine Geldstrafe oder beides. Die Polizei Singapurs nutzte den Fall, um die Öffentlichkeit angesichts der extremen Volatilität und anderer Faktoren generell vor Investitionen in diese zu warnen.
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