Straße von Hormus bleibt Risikoherd: Iran droht mit Gebühren für Öltanker
Der Tagesbericht der Rabobank verweist darauf, dass die gemeldeten Fortschritte bei einer Verständigung zwischen den USA und dem Iran die zentralen Risiken rund um die Straße von Hormus nicht beseitigt haben. Bislang sei lediglich ein kurzes Memorandum vereinbart worden, während wesentliche Details weiterhin unklar seien. Die Bank verweist auf widersprüchliche Zeitpläne für die Wiederaufnahme der Schifffahrt, die iranische Drohung mit einer 60-Tage-Frist sowie Anreize auf beiden Seiten, die den Öltransport weiterhin beeinträchtigen könnten.
Wiederöffnung von Hormus und Risiken für den Ölfluss
„Worüber wir derzeit sprechen, ist die Wiederöffnung der Straße von Hormus, die nach Angaben von Trump bereits erfolgt ist. Allerdings sollte man genau darauf achten, was damit gemeint ist. Ein US-Vertreter sagt, dass es ein bis zwei Wochen dauern könnte, bis wieder Energielieferungen durch die Meerenge fließen. Andere Experten aus der Schifffahrtsbranche gehen sogar von 40 bis 50 Tagen aus.“
„Man sollte außerdem bedenken, dass es anschließend weitere Wochen dauert, bis Energieladungen ihre endgültigen Bestimmungsorte erreichen, falls und sobald die festgesetzten Schiffe die Region verlassen können. Allerdings haben heute Morgen Berichten zufolge drei iranische Öltanker sowie zwei Schiffe mit lebenswichtigen Gütern die US-Seeblockade passiert.“
„Der Iran erklärt zudem, dass Schiffe die Straße von Hormus während der 60-tägigen Verhandlungsphase mit den USA frei passieren können. Danach wolle Teheran jedoch faktisch Transitgebühren erheben. Dies lehnen die USA ab, und darin liegt neben vielen anderen Punkten erhebliches Konfliktpotenzial. Wenn man ein Rohöltankerbetreiber ist und die Straße von Hormus schließlich verlassen hat: Kehrt man zurück, obwohl eine geopolitische Frist unerbittlich näher rückt, oder sucht man sich neue Routen?“
„Aus Sicht des Iran gibt es durchaus Gründe anzunehmen, dass die Vereinbarung innerhalb weniger Monate scheitern könnte. Sollte Teheran die von den USA zugesagten Vorteile nicht erhalten, weil es die dafür verlangten Schritte nicht umsetzt, hätte das Land wohl nur wenig Anreiz, die Straße von Hormus dauerhaft offen zu halten.“
„Warum sollte der Iran den freien Energiefluss zulassen und damit den Druck auf die USA und die Weltwirtschaft verringern, während die Golfstaaten und andere Akteure alternative Lieferketten aufbauen, die die strategische Bedeutung der Meerenge schwächen? Aus geopolitischer Sicht ergibt das Prinzip 'Nutze es oder verliere es' mehr Sinn.“
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