SpaceX bricht am ersten Tag der Nasdaq-Aufnahme um 7% ein. „Blasen-Prophet“ warnt vor einem Absturzrisiko von 90%_
SpaceX wurde in den Nasdaq 100 aufgenommen, verzeichnete jedoch einen Kursrutsch von 6,98 % auf 149,47 USD. Während die Wall Street dank Starship und Starlink mehrheitlich optimistisch bleibt, warnt Investor Jeremy Grantham vor einer historischen Blase. Er bezweifelt die hohen Bewertungen, die KI-Strategie und die Realisierbarkeit der Weltraumziele. Mit einer Marktkapitalisierung von 2 Billionen USD sieht Grantham das Unternehmen als Symbol einer überhitzten KI-Blase. Trotz massiver Kapitalzuflüsse durch Indexfonds bleibt die Skepsis gegenüber dem US-Markt bestehen, dessen Bewertungsniveaus laut Buffett-Indikator historische Höchststände erreicht haben.

TradingKey - Am Dienstag wurde SpaceX ( SPCX) offiziell in den Nasdaq 100 Index aufgenommen und ist damit einer der am schnellsten neu notierten Werte in der Geschichte des Index, denen diese Aufnahme gelang.
Die Marktreaktion blieb jedoch weit hinter den optimistischen Erwartungen der Wall Street zurück: Die SpaceX-Aktie brach an diesem Tag unter hohem Handelsvolumen um 6,98 % ein und schloss bei 149,47 USD, dem tiefsten Schlusskurs seit dem Börsengang.

Quelle: TradingView
Dieser Rückgang übertraf nicht nur den Verlust des Nasdaq von 0,87 % am selben Tag bei Weitem, sondern ließ den Aktienkurs auch wieder auf das Eröffnungsniveau des IPO-Debüts vom 12. Juni zurückfallen. Die Divergenz im Markt zeigte sich während dieser kurzen, dreiwöchigen Achterbahnfahrt der Marktkapitalisierung in aller Deutlichkeit.
In diesem entscheidenden Moment der Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq äußerte der legendäre Investor Jeremy Grantham, bekannt als „Crash-Prophet“, eine schwerwiegende Warnung. Der 83-jährige Meister des Value-Investings und Mitbegründer von GMO erklärte in einem Interview, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % ein historischer Absturz des SpaceX-Aktienkurses bevorstehe.
Er betonte: „Wenn die aktuelle Marktkapitalisierung von 2 Billionen Dollar angemessen ist, dann leben wir in einer sehr seltsamen Welt.“ Er sieht in SpaceX ein Symbolbild der aktuellen KI-Blase am US-Aktienmarkt und deutete an, dass künftige Historiker auf diesen Börsengang als „einen der ikonischsten Höhepunkte der Marktgeschichte“ zurückblicken könnten.
Drei große Zweifel: Bewertungen, Raumfahrtprogramme und KI-Aussichten stehen vor Herausforderungen
Granthams pessimistische Haltung ist nicht unbegründet. Der Investmentveteran, der die Dotcom-Blase im Jahr 2000, die Finanzkrise 2008 und den Absturz des US-Aktienmarktes im Jahr 2020 erfolgreich vorhergesagt hat, hinterfragt die Wachstumslogik von SpaceX aus drei zentralen Perspektiven.
Erstens stellt sich die Frage der Angemessenheit der Bewertung. Obwohl SpaceX für 2025 mit einem Verlust von fast 6 Milliarden US-Dollar rechnet, rangiert sein Marktwert weltweit immer noch auf Platz sieben und übertrifft sogar den des traditionellen Energieriesen ExxonMobil.
Grantham ist der Ansicht, dass der von dem Unternehmen im S-1-Prospekt angegebene adressierbare Markt von 28,5 Billionen US-Dollar völlig übertrieben ist. Insbesondere die Prognose, dass 90 % davon aus dem KI-Geschäft stammen werden, entbehre jeder Grundlage, da seine KI-Produkte im Vergleich zu Anthropic und OpenAI lediglich „drittklassig“ seien.
Zweitens geht es um die Machbarkeit seiner Weltraumforschungsziele. Die von SpaceX vorgeschlagenen Pläne für Asteroidenbergbau, orbitale Rechenzentren und die Kolonisierung des Mars sind aus Granthams Sicht völlig realitätsfern.
Er zitierte die Ansichten „seriöser Physiker“, die diese Ziele für „völlig unvorstellbar“ halten und eher an Science-Fiction-Handlungen als an Geschäftspläne erinnern.
Schließlich seien die Erwartungen an KI-gestützte Produktivitätssteigerungen maßlos übertrieben. Er wies darauf hin, dass das am Markt weithin erwartete jährliche Produktivitätswachstum von 10 % bis 20 % entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage, obwohl genau dies eine wichtige Stütze für die Bewertung von SpaceX sei. Grantham stellte unverblümt klar: „Einige Leute behaupten, dass KI die Produktivität um 10 % oder sogar 20 % pro Jahr steigern kann; sie haben absolut keine Ahnung, wovon sie reden.“
Investmentbanken bleiben weiterhin optimistisch
Trotz der kontinuierlichen Warnungen von Grantham bleibt die Mehrheit der Wall-Street-Institutionen kollektiv optimistisch für SpaceX. Morgan Stanley ( MS) hat ein Kursziel von 300 USD festgelegt, während Raymond James mit einem Ziel von 800 USD noch aggressiver gestimmt ist. Mehr als ein Dutzend Brokerhäuser, darunter Goldman Sachs ( GS ) und JPMorgan Chase ( JPM ), haben Kaufempfehlungen („Buy“) ausgesprochen.
Analysten gehen allgemein davon aus, dass die vollständig wiederverwendbare Starship-Rakete und das Starlink-Satelliteninternet-Geschäft als künftige Wachstumsmotoren dienen werden. Die jährlichen Starts von Starship sollen bis 2031 in die Tausende gehen, wobei JPMorgan Chase rund 5.000 Starts und Wells Fargo 4.600 Starts schätzt.
Die Aufnahme in den Nasdaq 100 hat SpaceX ebenfalls erhebliche Vorteile gebracht. Nach Angaben von LSEG liegt das Gewicht des Unternehmens im Index bei etwa 1,34 %. JPMorgan Chase schätzt, dass dies zu passiven Mittelzuflüssen von rund 4,3 Milliarden USD führen wird, da Fonds im Wert von 587 Milliarden USD, die den Index nachbilden, gezwungen sein werden, Kapital in die Aktie zu investieren.
Allerdings nehmen die Sorgen des Marktes über die hohen Bewertungen im KI-Sektor zu. Mark Hackett, Chef-Marktstratege bei Nationwide, wies darauf hin, dass Bewertungsblasen bei KI-Konzeptaktien weit verbreitet sind und diese Sorgen bis in die Berichtssaison hinein anhalten könnten. Derzeit hat nur das unabhängige Investmentanalysehaus CFRA eine Verkaufsempfehlung („Sell“) mit einem Kursziel von 115 USD ausgesprochen, während einige wenige Institute eine neutrale Haltung einnehmen.
US-Aktienmarkt: Alarm wegen Blasenbildung
Granthams Warnung beschränkt sich nicht nur auf SpaceX; er wies auch darauf hin, dass der US-Aktienmarkt derzeit historische Bewertungsspitzen erreicht hat, wobei der Buffett-Indikator (Gesamtmarktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP) die Marke von 235 % überschreitet und damit seinen Höchststand während der Dotcom-Blase im Jahr 2000 weit hinter sich lässt.
Er erklärte: „Dies ist der teuerste Aktienmarkt in der Geschichte der USA“, und obwohl es unmöglich sei, den Zeitpunkt des Platzens der Blase genau vorherzusagen, befinde sich der Markt bereits nahe seinem Höchststand.
Bereits im März 2024 hatte der Guru des Value-Investings gewarnt, dass die langfristigen Anlageaussichten für den US-Aktienmarkt zu den schlechtesten in der Geschichte gehörten. Obwohl die US-Aktien danach weiter stiegen, blieb er dabei, dass der Markt letztendlich zur Rationalität zurückkehren werde.
Dieser Inhalt wurde KI-übersetzt und von Menschen überprüft. Er dient nur zu Referenz- und Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
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