02. Apr (Reuters) - Die USA wollen erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen auf den Mond schicken. Sie sollen dort eine permanente Station aufbauen, die Bodenschätze abbaut und eine Expedition zum Mars vorbereitet. Das Programm der US-Weltraumbehörde Nasa läuft unter dem Namen "Artemis". Nachfolgend die wichtigsten Stationen:
2017-2018: Wiederbelebung des Mondprogramms
US-Präsident Donald Trump weist die Nasa während seiner ersten Amtszeit an, sich wieder auf bemannte Flüge zum Mond zu konzentrieren. Die Behörde hatte an Missionen zum Mars gearbeitet. Für die Flüge sollen die Rakete Space Launch System (SLS) und die Raumkapsel Orion genutzt werden. Beide waren für das zuvor abgebrochene Weltraumprogramm "Constellation" entwickelt worden. Die Konzerne BoeingBA.N und Northrop GrummanNOC.N liefern die SLS und Lockheed MartinLMT.N die Orion.
2019: Vorgezogene Ziele
Die US-Regierung setzt sich im Jahr 2019 das Ziel, bis 2024 Menschen zum Mond zu bringen. Daraufhin skizziert die Nasa das zunächst dreistufige "Artemis"-Programm: Ein unbemannter Testflug, eine bemannte Mondumrundung und eine bemannte Mondlandung.
2020-2021: Verzögerung und Auswahl der Landefähre
Technische Probleme, explodierende Kosten und die Coronavirus-Pandemie verzögern die Entwicklung der SLS und der Orion. Der Bau der Startrampe am Kennedy Space Center in Florida hinkt dem Zeitplan ebenfalls hinterher. Die Nasa wählt das "Starship" der Weltraumfirma SpaceX als Landefähre aus. Offiziell peilt sie weiterhin das Jahr 2024 für eine bemannte Mondlandung an, räumt aber ein, dass dieses Ziel nicht erreichbar ist.
2022: "Artemis I", unbemannter Testflug
Im November umrundet die unbemannte Orion-Kapsel den Mond. Im Mittelpunkt der 25-tägigen Mission stehen Tests der Navigations- und Kommunikationssysteme sowie des Hitzeschildes. Dieser ist für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre von entscheidender Bedeutung.
2023-2024: Neuausrichtung des Mondprogramms
Nasa benennt 2023 die Weltraumfirma Blue Origin des Milliardärs Jeff Bezos als zweiten Lieferanten einer Mondlandefähre. Vorangegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit, weil die US-Behörde den Auftrag zunächst an SpaceX des umstrittenen Milliardärs Elon Musk vergeben hatte. Während der Regierungszeit von US-Präsident Joe Biden wird der Zeitpunkt für eine bemannte Mondlandung auf 2027 verschoben. Kritik an den hohen Kosten kontert die Nasa unter anderem mit dem Hinweis auf Chinas Mond-Ambitionen.
2024: Mannschaft für "Artemis II" ausgewählt
Nasa benennt die Astronauten für die Mission "Artemis II": Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und den Kanadier Jeremy Hansen. Sie werden als erste Menschen seit "Apollo 17" im Jahr 1972 in Richtung Mond aufbrechen.
2026: Nasa-Führung überarbeitet "Artemis" erneut
Der frisch gekürte Nasa-Chef Jared Isaacman kündigt eine Neuausrichtung des "Artemis"-Programms an. Die Pläne für eine Raumstation in einer Mondumlaufbahn als Startpunkt für Flüge zum Mars werden gestrichen. Stattdessen soll auf der Oberfläche eine permanente Basis entstehen. Er ordnet zudem einen weiteren bemannten Testflug vor der Landung an.
April 2026: Mondumrundung - "Artemis II"
Bei einer etwa zehntägigen Mission sollen vier Astronauten erstmals seit den "Apollo"-Flügen den Mond umrunden. Sie werden sich dabei weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor. Der Flug dient dem Test wichtiger Komponenten wie der Lebenserhaltungssysteme und des Hitzeschilds, der die Orion beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre schützt. Das wichtige Servicemodul der Raumkapsel stammt aus Deutschland. Es beherbergt den Antrieb sowie die Wasser- und Sauerstofftanks für die Mannschaft. Die bisherigen Kosten für das "Artemis"-Programm summieren sich auf geschätzte mehr als 93 Milliarden Dollar.
In den kommenden Jahren: Mondlandung geplant
Bei den "Artemis"-Missionen werden erstmals Mondlandefähren privater Anbieter eingesetzt. SpaceX und Blue Origin konkurrieren um diesen Auftrag. Den Zuschlag erhält das Unternehmen, das die Entwicklung dieses Moduls als Erstes abgeschlossen hat. Die Nasa betrachtet die Zusammenarbeit mit Privatfirmen als essenziell für die weitere Erforschung des Weltalls.