Berlin, 01. Apr (Reuters) - In der AfD gibt es Differenzen über die Frage, ob US-Soldaten Deutschland verlassen sollten. Nachdem AfD-Co-Chef Tino Chrupalla einen Abzug der US-Truppen gefordert hatte, warnte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch gegenüber Politico davor, dass "Deutschland ohne den nuklearen Schutzschirm der Amerikaner über keine eigene nukleare Abschreckung verfügt". Ohne eine enge Abstimmung mit den Verbündeten und eine vollumfängliche Verteidigungsfähigkeit wäre Deutschland Angriffen von außen schutzlos ausgeliefert.
In der AfD gibt es verschiedene außenpolitische Flügel. So pflegen von Storch und der außenpolitische Sprecher Markus Frohnmaier Beziehungen zur US-Regierung von Präsident Donald Trump und zu dessen Maga-Bewegung. Die Parteichefs Weidel und Chrupalla hatten sich in den vergangenen Wochen aber mehrfach kritisch gegenüber der US-Regierung geäußert. Zwar habe das Grundsatzprogramm der AfD "den Abzug aller ausländischen Truppen aus Deutschland zum Ziel", sagte von Storch. Voraussetzung sei aber, dass Deutschland sich selbst verteidigen und seine Bündnispflichten innerhalb der Nato erfüllen könne. Sie sprach sich auch für die Wiedereinsetzung der allgemeinen Wehrpflicht aus, die in der Partei ebenfalls umstritten ist.