Berlin, 01. Apr (Reuters) - Die Bundesregierung hat gelassen auf die neuerliche Drohung von US-Präsident Donald Trump gegen die Nato reagiert. "Das hat er nicht zum ersten Mal gemacht", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Mittwoch in Berlin. "Da es ein wiederkehrendes Phänomen ist, können Sie auch die Folgen etwa selbst beurteilen", fügte er in Anspielung auf frühere Äußerungen von Trump hinzu. Dieser soll laut der britischen Zeitung "Telegraph" ernsthaft einen Austritt der USA aus der Nato erwägen und gesagt haben: "Oh ja, ich würde sagen, das geht über eine reine Überlegung hinaus." Grund sei die mangelnde Unterstützung der Verbündeten für den US-Militäreinsatz gegen den Iran.
"Ich möchte nur für die Bundesregierung feststellen, dass wir selbstverständlich am Nato-Bündnis festhalten", sagte der Regierungssprecher in Berlin. Er verwies erneut darauf, dass die Nato ein Verteidigungsbündnis für das Bündnisgebiet sei. Kornelius forderte, "solche Aufregungsspiralen" zu beenden. Mit Blick auf die US-Kritik an europäischen Nato-Partnern sagte er, dass er davon ausgehe, dass die jeweiligen Mitgliedstaaten sich vertragstreu verhielten. Er appelliere an alle Nato-Mitglieder, den Finanzverpflichtungen nachzukommen, damit eine faire Lastenteilung möglich wird.