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IMK: Binnenwirtschaft sorgt 2026 für Aufschwung - erstmals seit Wiedervereinigung

ReutersDec 17, 2025 8:30 AM

- Die für 2026 erwartete Erholung der deutschen Wirtschaft kommt nach Ansicht des IMK-Instituts erstmals seit Jahrzehnten ohne den traditionellen Schub vom Export aus. "Erstmals seit der Wiedervereinigung dürfte Deutschland dann einen binnenwirtschaftlich angestoßenen Aufschwung erleben", sagte Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte laut Prognose vom Mittwoch um 1,2 Prozent steigen, nach einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent im Jahr 2025. Getragen werde die künftige Erholung vor allem von staatlichen Investitionen und einem anziehenden privaten Konsum. Der Außenhandel entwickle sich dagegen weiter schwach, was vor allem an den USA und China liege.

"Nach vier Jahren Wachstumsschwäche gewinnen nun die stützenden Faktoren die Oberhand", sagte IMK-Ökonom Dullien. Entscheidend seien eine solide Lohnentwicklung und vor allem die politischen Beschlüsse für mehr öffentliche Investitionen. Der Gegenwind aus der Weltwirtschaft sei dagegen stärker geworden, erklärte Dullien. Als Bremsklötze nannte er US-Zölle, eine schwache Nachfrage aus China sowie die Aufwertung des Euro.

Doch die Belebung kommt am Jobmarkt nur zeitverzögert an und bringt der IMK-Prognose zufolge noch keine Wende bei Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote steige 2025 im Jahresdurchschnitt auf 6,3 (2024: 6,0) Prozent und verharre 2026 dort. "Die Zahl der Erwerbstätigen sinkt nach einer Stagnation in diesem Jahr 2026 sogar geringfügig – um 0,1 Prozent." Die Zahl der Arbeitslosen werde 2025 um 161.000 auf durchschnittlich 2,95 Millionen steigen und im nächsten Jahr um weitere gut 20.000 auf 2,97 Millionen zulegen.

Die staatlichen Investitionsprogramme dürften das Haushaltsdefizit 2026 auf 3,3 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen lassen. Für das zu Ende gehende Jahr erwarten die Ökonomen ein Defizit von 2,5 Prozent und damit noch unter der im Euroraum erlaubten Drei-Prozent-Marke.

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