Asien unter Druck: Währungen brechen ein, Schuldenkrise droht
Die Analysten von BNY sehen zunehmende Spannungen an den Finanzmärkten in Asien. Steigende US-Renditen, ein stärkerer Dollar sowie der Ölpreisschock im Zuge des Iran-Konflikts setzen insbesondere Indonesien, die Philippinen und Indien unter Druck. Die indonesische Rupiah ist auf ein Rekordtief gefallen, während Anleihen aus Schwellenländern mit steigender Inflation und höheren Finanzierungskosten konfrontiert sind. Die Notenbanken reagieren mit Devisenmarktinterventionen und Stützungsmaßnahmen für Anleihen, doch die Risiken bleiben hoch.
Tiefstand der Rupiah verschärft Druck auf Schwellenländer
"Indonesien, die Philippinen und Indien sehen sich zunehmenden finanziellen Verwundbarkeiten ausgesetzt, da der globale Ausverkauf an den Anleihemärkten und der durch den Iran-Krieg ausgelöste Ölpreisschock den Druck auf ohnehin fragile asiatische Schwellenländer verstärken. Steigende Renditen von US-Staatsanleihen und ein stärkerer Dollar treiben Kapitalabflüsse an, schwächen regionale Währungen und erhöhen den Druck auf die Zentralbanken, ihre Geldpolitik zu straffen, selbst während sich das Wachstum verlangsamt."
"Die Rupiah hat neue Rekordtiefs erreicht, was die indonesische Notenbank morgen auf die Probe stellen wird: Aktien geben erneut nach, während zehnjährige Anleihen stabil bleiben und sich nahe 6,76 Prozent halten. Sowohl Moody’s als auch Fitch haben indonesische Anleihen herabgestuft und vor neuen politischen Weichenstellungen der Regierung gewarnt. Die Rupiah hat seit dem Amtsantritt von Präsident Prabowo Subianto im Oktober 2024 rund 14 Prozent an Wert verloren."
"MSCI hat sechs indonesische Unternehmen aus seinem Index gestrichen und weitere 13 aus seinem Small-Cap-Index entfernt. In manchen Ländern spielt Politik eine größere Rolle als natürliche Ressourcen."
"Die Philippinen haben die Emission einer siebenjährigen Anleihe abgesagt, nachdem Investoren Renditen von bis zu 8,125 Prozent gefordert hatten. Finanzchefin Sharon Almanza erklärte, die Regierung habe alle Gebote abgelehnt, weil die „Zinsen zu hoch“ seien. Es lagen Gebote über 37 Milliarden Peso für eine geplante Emission von 30 Milliarden Peso vor."
"Im Gegensatz dazu steht Indien, wo die Rendite zehnjähriger Anleihen um 3 Basispunkte auf 7,10 Prozent gefallen ist und damit den Anstieg um 7 Basispunkte vom Vortag teilweise wettmacht. Die Regierung erhöhte die Kraftstoffpreise um 3 Prozent – die erste Anhebung seit vier Jahren – und trug damit zur Entlastung der Staatsfinanzen bei. Anleihen aus Schwellenländern stehen unter Druck durch steigende Energiepreise, einen stärkeren US-Dollar und höhere US-Zinsen."
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