Der Kursanstieg nach dem 60-Milliarden-Dollar-Deal von SpaceX mit dem Cursor-Hersteller stellt Amazon und Microsoft vor Herausforderungen bei der Bewertung
SpaceX (NASDAQ: SPCX) hat heute kurzzeitig die Rangliste der wertvollsten US-Unternehmen durcheinandergebracht, nachdem das Unternehmen bestätigt hat, Anysphere, die Firma hinter dem KI-Code-Editor Cursor, für 60 Milliarden Dollar in Aktien zu kaufen.
Der Kursanstieg des enjkatapultierte dessen Bewertung in ungeahnte Höhen, nachdem das Unternehmen die bis dahin größte Übernahme eines Entwicklertools-Unternehmens abgeschlossen hatte. Dies ist zudem der erste große Schritt von SpaceX seit dem historischen Nasdaq-Börsengang.
Warum hat SpaceX Anysphere übernommen?
Nur vier Tage nachdem SpaceX (NASDAQ: SPCX) den größten Börsengang der Geschichte, hat das Unternehmen eine der größten Übernahmen eines Entwicklerwerkzeugherstellers überhaupt abgeschlossen: den Kauf von Anysphere, dem Unternehmen, das den KI-Code-Editor Cursor herstellt, für 60 Milliarden Dollar in einem reinen Aktiendeal.
Diein einer Meldung gemäß Formular 8-K der Börsenaufsicht offengelegte Vereinbarung wandelt eine Option, die SpaceX erstmals im April eingeräumt wurde, in einen endgültigen Vertrag um. Damals hätte SpaceX die Wahl gehabt, entweder 10 Milliarden US-Dollar für eine Partnerschaft zu zahlen oder das gesamte Start-up für 60 Milliarden US-Dollar zu übernehmen.
Nach Bekanntgabe der Nachricht stieg die SpaceX-Aktie um etwa 14 % auf rund 219 US-Dollar und überstieg damit den Gesamtwert des Unternehmens 2,9 Billionen US-Dollar. Kurzzeitig war SpaceX damit das viertwertvollste börsennotierte Unternehmen in den USA, noch vor Amazon und dicht hinter Microsoft mit einer Bewertung von rund 2,95 Billionen US-Dollar.
Cursor ist ein Tool, mit dem Entwickler zwischen verschiedenen KI-Modellen wählen können, um ihnen beim Schreiben von Computercode zu helfen. Es wurde 2022 von einem Team aus MIT-Absolventen unter der Leitung des 25-jährigen CEO Michael Truell gegründet.
Das Unternehmen ist rasant gewachsen und erzielte bereits im November letzten Jahres einen Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar. Bis Anfang Juni 2026 wird dieser Wert die Vier-Milliarden-Dollar-Marke überschritten haben, wobei Unternehmenskunden rund 2,6 Milliarden US-Dollar ausmachen. Laut einer von TechTimes zitierten Umfrage ist das Tool in 64 % der Fortune-500-Unternehmen im Einsatz.
SpaceX verfügt bereits über zahlreiche leistungsstarke Computer für das Training von KI. Beispielsweise fusionierte das Unternehmen Anfang des Jahres mit Elon Musks KI-Firma xAI, was zur Integration des Chatbots Grok und eines riesigen Supercomputers namens Colossus führte, der über 220.000 leistungsstarke Computerchips besitzt.
Die neue KI-Abteilung hatte jedoch nicht viele Produkte für Entwickler im Angebot. Cursor schließt diese Lücke, indem es SpaceX ein bereits beliebtes und profitables KI-Produkt zur Verfügung stellt, da xAI selbst im letzten Jahr 6,35 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht hat.
Was wird nach der Übernahme mit Cursor geschehen?
Eine wichtige Frage nach dem Abschluss des Deals ist, ob Cursor auch weiterhin KI-Modelle anderer Unternehmen wie Anthropic und OpenAI unterstützen wird.
SpaceX gab bekannt, dass die beiden Unternehmen gemeinsam an einem neuen KI-Modell arbeiten, das sowohl in Cursor als auch im firmeneigenen Tool Grok zum Einsatz kommen soll. Ob SpaceX weiterhin andere KI-Modelle unterstützen wird, ließ das Unternehmen jedoch offen.
Der Reiz von Cursor liegt vor allem darin, dass Entwickler das jeweils am besten geeignete KI-Modell für eine bestimmte Aufgabe auswählen können. Daher ist es möglich, dass ein Verlust dieser Flexibilität auch einen Verlust der bestehenden Kundenbasis zur Folge haben wird.
Aktuell geht man davon aus, dass der Deal vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden im dritten Quartal 2026 abgeschlossen wird.
Da die Transaktion vollständig in SpaceX-Aktien strukturiert ist, wird Cursor keine Erlöse aus dem Börsengang von SpaceX erhalten, bei dem 75 Milliarden Dollar zu einem Preis von 135 Dollar pro Aktie eingenommen wurden.
Sollte der Deal unter bestimmten Umständen scheitern, schuldet SpaceX eine Entschädigung in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich fällt eine separate „regulatorische“ Entschädigung in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar an, falls kartellrechtliche Bedenken die Transaktion verhindern.
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