Die USA klagen ukrainische und russische Staatsangehörige wegen Kryptowäscheoperation in Höhe von 389 Millionen Dollar an
Die Bundesstaatsanwaltschaft in Philadelphia hat zwei Männer angeklagt, die den Kryptowährungswäschedienst AudiA6 betrieben haben sollen, der seit 2021 illegale Transaktionen im Wert von mehr als 389 Millionen Dollar abgewickelt hat, wie das Justizministerium (DOJ) am Donnerstag, dem 11. Juni, bekannt gab.
Laut einer Pressemitteilung des US-Justizministeriums wurden der 37-jährige ukrainische Staatsbürger Ruslan Igorevich Tkachuk und der 25-jährige russische Staatsbürger Alexander Vladimirovich Ledenev am 10. Juni in Batumi, Republik Georgien, festgenommen.
Beiden wird Verschwörung zur Geldwäsche und verdeckte Geldwäsche vorgeworfen, worauf jeweils eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren steht. Die US-Staatsanwaltschaft für den östlichen Bezirk von Pennsylvania kündigte an, ihre Auslieferung zu beantragen.
So funktionierte der AudiA6-Service
In der Strafanzeigedentwerden beide Angeklagten als leitende Mitglieder einer Organisation mit dem Namen „AudiA6“ identifiziert, die laut Staatsanwaltschaft einen und ein Cyberkriminalitätsforum namens Dark2Web betrieb.
Auf diesem Forum warb der Dienst offen mit seiner Bereitschaft, die Herkunft von Kryptowährungen, die auf kriminelle Aktivitäten tracsind, zu verschleiern und verlangte laut US-Justizministerium Gebühren von bis zu 5 % pro Transaktion.
Die Ermittler stellten fest, dass seit dem Start der Operation rund 10.333 Bitcoinin von ihr kontrollierte Wallets geflossen sind. Über 393 BTC (zum Zeitpunkt der Transaktionen im Wert von etwa 19,2 Millionen US-Dollar) davon stammten laut Anklage direkt von Darknet-Märkten, Ransomware-Gruppen und anderen bekannten kriminellen Organisationen.
Weitere illegale Gelder gelangten über indirekte Kanäle in die Geldbörsen von AudiA6.
Wie wurden die beiden Mitglieder der AudiA6-Organisation festgenommen?
Die Verhaftungen erfolgten im Rahmen einer multinationalen Operation. Beteiligt waren der US-amerikanische Secret Service, die Steuerfahndung (IRS Criminal Investigation), Europol, Eurojust sowie Strafverfolgungsbehörden aus mehr als einem Dutzend Ländern, darunter Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Polen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich.
Georgische Behörden gaben am 11. Juni in einer Pressekonferenz mit US-amerikanischen und polnischen Beamten Einzelheiten zum Umfang der Operation bekannt. Laut Civil Georgia erklärte Beka Kvitsiani, stellvertretende Leiterin der Ermittlungsabteilung der georgischen Generalstaatsanwaltschaft, dass rund 100 Beamte aus drei Ländern Durchsuchungen an Dutzenden Orten in ganz Georgien durchgeführt hätten.
Die Behörden beschlagnahmtentronGeräte, Dokumente, 173 Fahrzeuge, die mutmaßlich mit gewaschenen Geldern erworben wurden, Immobilien und eingefrorene Bankkonten.
Die mit der Operation in Verbindung stehenden Server und Domains befanden sich in den USA, Island, Deutschland und Frankreich. Zudem wurden mit dem Netzwerk verknüpfte Telegram-Konten gesperrt, Kryptowährungen eingefroren und sowohl die Website AudiA6 als auch das Dark2Web-Forum durch Hinweise der Strafverfolgungsbehörden auf die Beschlagnahme von Vermögenswerten ersetzt.
Ein Muster grenzüberschreitender Krypto-Durchsetzung
Im Januar berichtete TRM Labs, dass die illegalen Kryptowährungsströme im Jahr 2025 einen Rekordwert von 158 Milliarden US-Dollar erreichen werden, ein Anstieg von fast 145 % gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen führte diesen Anstieg unter anderem auf die Ausweitung der Sanktionen und die verstärkte Nutzung von Kryptowährungen durch staatliche Akteure zurück.
Die Verhaftung von Tkachuk und Ledenev ist die jüngste in einer Reihe internationaler Operationen, die auf Kryptowährungen als Vehikel für den Transfer illegaler Gelder abzielen.
Anfang dieses Jahres fror die von Großbritannien geleitete Operation Atlantic 12 Millionen Dollar ein unddentüber 20.000 Opfer von Phishing-Betrug mit gefälschten Genehmigungen in drei Ländern. Unterstützung vor Ort kam dabei von Börsen wie Binance, wie Cryptopolitan berichtete bereits.
Die Strafverfolgung im Fall AudiA6 ist Teil der Bemühungen US-amerikanischer und europäischer Behörden, die Infrastruktur zu zerschlagen, die Cyberkriminelle mit dem traditionellen Finanzsystem verbindet. Laut einer Analyse von Europol.
Tkachuk und Ledenev befinden sich weiterhin in georgischer Haft. Das Auslieferungsverfahren nach Pennsylvania hat noch nicht begonnen. Die Anklage wird von den stellvertretenden US-StaatsanwältenenjD. Traster und Sima Kazmir mit Unterstützung des Büros für internationale Angelegenheiten des US-Justizministeriums geführt.
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