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Ausländische Investoren trennen sich von südkoreanischen Aktien im Wert von 62 Milliarden Dollar, während einheimische Händler den Schlag verkraften

CryptopolitanJun 9, 2026 1:12 PM
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Ausländische Investoren haben im Jahr 2026 bisher südkoreanische Aktien im Wert von mehr als 90 Billionen Won (62 Milliarden US-Dollar) verkauft, aber inländische Privatanleger haben fast im gleichen Umfang nachgekauft. 

Lokale Händler erlebten kürzlich einen „Schwarzen Freitag“, an dem allein bei den im KOSPI notierten Aktien Kapitalabflüsse aus dem Ausland in Höhe von rund 1,24 Billionen Won (801 Millionen US-Dollar) verzeichnet wurden. 

Südkoreanische „Ameisen“ halten das KOSPI am Laufen 

Ausländische Investoren haben mehr als 90 Billionen Won (62 Milliarden US-Dollar) aus südkoreanischen Aktien abgezogen, aber der Leitindex KOSPI konnte dank der einheimischen Privatanleger, die aufgrund ihrer kollektiven und koordinierten Kaufkraft den Spitznamen „Ameisen“ tragen, dennoch seit Jahresbeginn um mehr als 70 % zulegen. 

Der Name tauchte erstmals während der Pandemie-Rallye 2020/21 auf, als koreanische Privatanleger ähnliche koordinierte Käufe tätigten. Nun haben diese „Ameisen“ die massiven Kapitalabflüsse durch geschätzte Rückflüsse von 70 Milliarden US-Dollar in den Markt kompensiert. 

Am 5. Juni, einem Tag, der von lokalen Händlern mittlerweile als „Schwarzer Freitag“ bezeichnet wird, stürzte der KOSPI innerhalb einer einzigen Sitzung um über 5 % ab, da ein Kapitalabfluss von rund 1,24 Billionen Won (801 Millionen US-Dollar) verzeichnet wurde. Der Index stabilisierte sich jedoch innerhalb weniger Tage, da lokale Investoren die Kursrückgänge zum Kauf nutzten. 

Das Finanzanalyseunternehmen Kobeissi Letterberief sich auf Daten von Goldman Sachs und berichtete von Nettoabflüssen ausländischen Kapitals in Höhe von insgesamt 75 Milliarden US-Dollar über alle südkoreanischen Aktien bis zum 8. Juni, drei Tage nach dem Schwarzen Freitag, für das Jahr 2026. 

Warum verkaufen ausländische Investoren, wenn der Markt so gut läuft?

Südkoreanische Aktien, allen voran Samsung ElectronicstronSK Hynix, haben so stark zugelegt, dass das Gewicht des Landes in globalen Indizes wie dem MSCI Emerging Markets Index auf fast 21 % gestiegen ist. 

Da Südkorea einen großen Anteil am globalen Index hat, müssen passive Fonds, die diesen Index einfach kopieren, einige koreanische Aktien verkaufen, um zu verhindern, dass ihre Anlagen einen größeren Anteil an Korea halten, als der Index selbst zulässt.

Zudem fiel der koreanische Won im Zuge des Ausverkaufs, was die Verluste für ausländische Anleger noch verschärfte. Die enormen Gewinne veranlassten viele Investoren jedoch zum cash ihrer Positionen. Der erwartete Börsengang von SpaceX soll außerdem Kapital zurück in die amerikanischen Märkte gelenkt haben.

Interessanterweise stellte Kim Seok-hwan, ein Forscher bei Mirae Asset Securities, fest, dass der ausländische Besitz von KOSPI-Aktien bis Mitte Mai tatsächlich auf 39,43 % der gesamten Marktkapitalisierung gestiegen war, da der Wert der von ihnen gehaltenen Aktien, wie beispielsweise Samsung, in die Höhe geschnellt war. 

Der KOSPI durchbrach Anfang Mai erstmals die 7.000-Punkte-Marke und zählt nun zu dentrongroßen Aktienindizes weltweit im Jahr 2026.

Doch selbst nachdem der Index die Marke von 7.000 Punkten überschritten hatte, zogen ausländische Investoren in neun aufeinanderfolgenden Handelstagen noch immer Aktien im Wert von über 41 Billionen Won ab. Anfang Juni wurden Nettoabflüsse von 10 Milliarden US-Dollar verzeichnet, wobei Samsungtronund SK Hynix am stärksten betroffen waren. Broadcom erlitt im selben Zeitraum einen Marktkapitalisierungsverlust von 285 Milliarden US-Dollar, was den Schaden noch verstärkte und beide Aktienkurse deutlich einbrechen ließ.

Eine separate MSCI-Überprüfung Mitte Juni wird klären, ob Korea die Voraussetzungen für die Aufnahme in den Index der entwickelten Märkte erfüllt.

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