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Asiatische Aktien versuchen sich nach dem starken Kursverfall zu erholen, da Anleiherenditen und Spekulationen auf Zinserhöhungen die Aussichten belasten

CryptopolitanJun 9, 2026 6:13 AM
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Die asiatischen Aktienmärkte konnten am 9. Juni (Dienstag) nach den gestrigen herben Verlusten einen Teil der Verluste wieder wettmachen, doch die Erholung blieb fragil, da steigende Anleiherenditen und wachsende Erwartungen an Zinserhöhungen der Zentralbanken die Anleger in der gesamten Region weiterhin vorsichtig stimmten.

Der südkoreanische KOSPI führte die Erholung mit einem Plus von 3 % an, nachdem er am Vortag um mehr als 8 % eingebrochen war. Der japanische Nikkei 225 stieg am Dienstag um etwa 0,5 % und beendete damit seine dreitägige Verlustserie nach dem starken Kursverfall am Montag. Der breiter gefasste Topix legte laut Trading Economics um rund 0,9 % zu. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ohne Japan gewann ebenfalls 0,9 %.

Asiatische Märkte stark von globalem Technologie-Ausverkauf, angeführt von Halbleitern, getroffen

Die Erholung der Märkte in der Region am Dienstag folgte auf einen brutalen Montag, der die asiatischen Märkte stärker traf als ihre westlichen Pendants. Der südkoreanische KOSPI, der laut Prognosen für den weltweit besten Aktienmarkt im Jahr 2026 den stärksten Tagesverlust seit Langem verzeichnete, fiel um 8,3 %. Der japanische Nikkei gab um 4,69 % bzw. 3.123 Punkte nach und schloss bei 63.465 Punkten. Taiwans Leitindex sank um 3,5 %.

Die Verluste in Asien waren unverhältnismäßig hoch. Zwar konnte der S&P 500 am Montag 0,3 % höher schließen und der Nasdaq legte um 0,86 % zu, doch die asiatischen Märkte mit ihrer starken Abhängigkeit von Halbleiter- und KI-Lieferketten trugen die Hauptlast der Korrektur. Chiphersteller in der gesamten Region verzeichneten die größten Kursverluste, nachdem enttäuschende Ergebnisse von Broadcom Zweifel am Wachstumstempo des Chipsektors aufkommen ließen.

Warum asiatische Märkte im Zuge der jüngsten Technologiekorrektur stärker gefallen sind als US-Märkte

Ein Vergleich früherer KOSPI-Korrekturen zeigt, dass die aktuelle Korrektur einem gängigen Trend folgt. Südkoreanische Aktienmarktindizes reagieren aufgrund ihrer Halbleiter- und exportorientierten Bestandteile auf globale Technologie-Ausverkäufe.

Im Zuge der Straffung im Jahr 2022 entwickelte sich der KOSPI schlechter als der S&P 500 und der Nikkei, da ausländische Investoren angesichts steigender Renditen von US-Staatsanleihen ihre Beteiligungen an zinssensiblen Wachstumsbranchen reduzierten.

Dies gilt insbesondere auch für den aktuellen Marktabschwung, in dem alle Märkte mit bedeutenden Halbleiterunternehmen, wie Südkorea, Taiwan und Japan, im Vergleich zu US-Benchmarks eine schwächere Performance aufweisen.

Dies deutet auf eine zunehmende Diskrepanz zwischen den US-dominierten Marktindizes und der technologischen Produktionskapazität Asiens hin. Es wird erwartet, dass sich diese Diskrepanz angesichts des anhaltend hohen Zinsniveaus für KI-bezogene Aktien noch verstärken wird.

Zunehmender Druck auf asiatische Aktien angesichts steigender Renditen von US-Staatsanleihen

Ein weiterer Faktor, der sich auf asiatische Aktien auswirkte, war der Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen. Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen stiegen auf 4,201 % und erreichten damit einen Rekordwert seit Anfang 2025. Grund dafür waren die starken Arbeitsmarktdaten vom Mai, die zu höheren Erwartungen hinsichtlich einer Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank geführt hatten.

Laut CME FedWatch besteht eine Wahrscheinlichkeit von 68 %, dass die Fed die Zinssätze mindestens einmal vor Ende Dezember anheben wird.

Die Europäische Zentralbank steht unter demselben Druck. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 2,25 % wird bei der EZB-Sitzung am Donnerstag erwartet; die Zinssätze dürften bis Jahresende zwischen 2,5 % und 2,75 % liegen.

Der fragile Waffenstillstand im Nahen Osten rückt die Öl- und Inflationsrisiken in den Fokus

Es gab auch positive Nachrichten in Form eines Waffenstillstandsabkommens darauf, ihre gegenseitigen Angriffe einzustellendent Donald Trump

Durch die vorübergehende Waffenruhe konnte Brent-Rohöl am 9. Juni bei rund 94-95 US-Dollar pro Barrel gehandelt werden, nachdem es am Vortag seinen Höchststand von 98 US-Dollar erreicht hatte.

Doch es blieb ein brüchiger Waffenstillstand, da der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz weiterhin stark beeinträchtigt war, was die Sorgen über eine energiebedingte Inflation für importabhängigedent Volkswirtschaften aufrechterhielt.

Inflationsentwicklung und Tech-Gewinne werden die Marktstimmung auf die Probe stellen

Oracle veröffentlicht seine Geschäftszahlen am 10. Juni und wird damit den nächsten Test für die Stimmung im Technologiesektor darstellen. Die an diesem Tag veröffentlichten US-Inflationsdaten werden Aufschluss darüber geben, ob die höheren Ölpreise die allgemeine Inflation angeheizt haben.

Der bevorstehende Börsengang von SpaceX gegen Ende dieses Monats könnte weitere Tests der Risikobereitschaft mit sich bringen, der genaue Zeitpunkt ist jedoch noch nicht bekannt.

Der Goldpreis fiel am 9. Juni um 0,2 % auf rund 4.320 US-Dollar pro Unze und notierte damit nahe seinem Zweimonatstief, da steigende Zinsen die Goldnachfrage dämpften. Gleichzeitig blieb der Dollar über 160 Yen notiert und bewegte sich damit in der Nähe des Niveaus, bei dem Händler mit einem Eingreifen der japanischen Behörden rechnen.

 

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