Bereitet sich Europa darauf vor, die MiCA-Kryptoregeln neu zu schreiben?
Die Europäische Kommission leitet eine Überprüfung der Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) ein. Die Kommission prüft, ob die bestehenden Regelungen noch dem sich rasant entwickelnden Markt gerecht werden oder ob Anpassungen erforderlich sind.
MiCA erwies sich als erstes umfassendes Regelwerk für Kryptowährungen, das die Unterstützung einer großen Volkswirtschaft fand. Allerdings haben politische Entscheidungsträger in Teilen Asiens, Lateinamerikas und des Nahen Ostens die Einführung des Regelwerks genau verfolgt.
MiCA wird überprüft
Der globale Kryptomarkt hat seit Inkrafttreten des MiCA mehrere starke Aufschwünge erlebt. Die kumulierte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes ist von 3,3 Billionen US-Dollar im Mai 2025 auf 4,2 Billionen US-Dollar im Oktober 2025 gestiegen. Aktuell liegt sie bei rund 2,6 Billionen US-Dollar. Bitcoin Kursist im letzten Jahr um mehr als 26 % gefallen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert BTC bei 77.463 US-Dollar.
Die Generaldirektion Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion der EU-Kommission hat zwei Konsultationswege eröffnet tracEiner davon ist eine öffentliche Konsultation, an der alle Interessierten teilnehmen können. Der andere ist ein gezielter Fragebogen für Krypto-Emittenten. Dazu gehören Anbieter von Dienstleistungen im Bereich digitaler Vermögenswerte, Banken, Technologieunternehmen, Wissenschaftler und Behörden. Die Frist für beide Verfahren endet am 31. August.
Die Überprüfung konzentriert sich auf die zentrale Bestimmung des MiCA. Diese umfasst Regeln, die drei Klassen von Krypto-Assets abdecken: Asset-Referenced Tokens, E-Geld-Tokens und andere digitale Assets, die noch nicht unter das EU-Finanzrecht fallen.
Die Studie untersucht auch die Verantwortung von Krypto-Asset-Dienstleistern (CASPs). Dies umfasst Unternehmen, die Börsen, Verwahrungsplattformen und Beratungsdienstleistungen betreiben.
Neue Kryptoregeln in der Testphase?
Der Zeitpunkt der Überarbeitung spielt hier eine entscheidende Rolle. Diese erfolgt wenige Wochen vor einer wichtigen Frist zur Einhaltung der Vorschriften für Unternehmen, die noch unter Übergangsregelungen operieren. Sie deutet darauf hin, dass Unternehmen, die vor dem 30. Dezember 2024 rechtlich aktiv waren, ihre Geschäftstätigkeit vorübergehend fortsetzen dürfen, während sie die vollständige MiCA-Zulassung.
Für Frankreich, Malta, Luxemburg und Estland endet die Übergangsfrist am 1. Juli 2026. Sie hatten die maximale Übergangsfrist von 18 Monaten gewählt. Andere Mitgliedstaaten setzten hingegen kürzere Fristen. Die Niederlande und Polen verkürzten ihre Übergangsfristen bis Mitte 2025. Deutschland, Österreich und Irland hatten 12-monatige Regelungen getroffen, die 2025 ausliefen.
Auch das globale regulatorische Umfeld hat sich seit der ursprünglichen Ausarbeitung des MiCA verändert. Die EU ist nicht die einzige, die einen Rahmen für Kryptowährungen entwickelt. Die US-Gesetzgeber haben Regelungen für Stablecoins und die Struktur des Kryptomarktes verabschiedet.
Hongkong führte seinen Lizenzierungsrahmen für Krypto-Plattformen bereits 2023 ein. Dadurch konnte der Handel mit Kryptowährungen für Privatkunden streng reguliert werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über eine eigene Regulierungsbehörde für virtuelle Vermögenswerte (Virtual Assets Regulatory Authority, VARA). Diese überwacht den Handel mit digitalen Vermögenswerten in Dubai und ist ein eigenständiges Lizenzierungssystem.
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