Heiße US-Inflationsdaten belasten Gold-, Silber- und Kryptowährungsmärkte
Die Gold- und Silberpreise brachen ein, nachdem die US-Inflationszahlen höher als erwartet ausfielen. Die neuen Daten dämpften die Erwartungen auf baldige Zinssenkungen der Federal Reserve. Sie sorgten auch für Besorgnis an den Kryptomärkten, die in der Hoffnung auf eine lockerere Geldpolitik gestiegen waren.
Der Goldpreis fiel unter 4.500 US-Dollar pro Unze, nachdem die US-Verbraucher- und Erzeugerpreise die Prognosen übertrafen. Auch Silber verzeichnete einen der stärksten Tagesverluste seit 2020. Der Preis für digitales Gold, Bitcoin, sank zwar nur geringfügig, trug aber zum Gesamtverlust bei. Der BTC-Kurs ist in den letzten sieben Tagen um 5 % gefallen.
Kryptowährungen, Gold und Silber stürzen ab
Den Daten zufolge stiegen die US-Verbraucherpreise im April im Jahresvergleich um 3,8 %. Dies übertraf die Erwartungen der Ökonomen von 3,7 %. Gleichzeitig legten die Erzeugerpreise um 6,0 % zu und übertrafen damit die Prognose von 4,9 %.
Die überraschend hohe Inflation ließ den US-Dollar-Index den vierten Tag in Folge über 99 steigen. In der Folge erhöhte sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um rund 14 Basispunkte auf 4,596 %. Dies war der größte Tagesanstieg seit einem Jahr.
Der Goldpreis fiel auf bis zu 4.480,01 US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Ende März. Am Dienstag konnte er sich jedoch erholen und notierte bei rund 4.544 US-Dollar.
Die Silberpreise gerieten zunehmend unter Druck. Das Edelmetall fiel am 15. Mai um 9,03 % und rutschte am 18. Mai unter die Marke von 74 US-Dollar pro Unze. Berichten zufolge setzte die thailändische Terminbörse den Online-Handel mit Silber-Futures angesichts des massiven Ausverkaufs vorübergehend aus.
Der globale Markt für digitale Vermögenswerte erlebte eine massive Erholung. Die kumulierte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen fiel unter die Marke von 2,6 Billionen US-Dollar. Das 24-Stunden-Handelsvolumen blieb bei rund 68 Milliarden US-Dollar. Dies alles kommt überraschend, da Anleger bitcoin und andere digitale Vermögenswerte zunehmend als Inflationsschutz ähnlich wie Gold betrachteten.
Die Hoffnungen auf Zinssenkungen schwinden angesichts des zunehmenden Inflationsdrucks
Die Markterwartungen für eine kurzfristige Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank (Fed) haben sich mittlerweile weitgehend gelegt. Anleger beobachten zudem den bevorstehenden Führungswechsel bei der Fed. Cryptopolitan berichtete , dass Kevin Warsh am Freitag als Fed-Chef vereidigt werden soll. Händler befürchten, dass Warshs erste Äußerungen nach den Inflationsdaten einen restriktiveren Kurs andeuten könnten.
Die großen Banken hielten trotz Warnungen vor weiteren kurzfristigen Kursverlusten an ihrer langfristig positiven Einschätzung des Goldpreises fest. JPMorgan senkte seine durchschnittliche Goldpreisprognose für 2026 auf 5.243 US-Dollar pro Unze. Das ist ein Rückgang von zuvor 5.708 US-Dollar, aber die Banken gehen weiterhin davon aus, dass der Preis noch vor Jahresende die Marke von 6.000 US-Dollar überschreiten wird.
Goldman Sachs bestätigte in einer Analyse vom 16. Mai sein Goldpreisziel von 5.400 US-Dollar zum Jahresende. Dabei hob das Unternehmen die Erwartung hervor, dass die Zentralbanken im zweiten Halbjahr durchschnittlich 60 Tonnen Gold pro Monat kaufen werden.
zudem, warnte dass der Goldpreis auf etwa 4.400 US-Dollar fallen könnte, falls die Märkte zunehmend höhere Zinsen einpreisen. Analysten vermuten, dass der Kryptomarkt ein ähnliches Muster aufweisen könnte.
Zusätzlich zum Druck auf die Edelmetallmärkte hat Indien kürzlich seine Einfuhrzölle auf Gold und Silber von 6 % auf 15 % erhöht. Indien ist der zweitgrößte Goldkonsument und der größte Silberimporteur der Welt.
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