Vorbörslicher Einbruch von über 20 %, IBM verfehlt vorläufige Umsatzziele, warum gerät die KI-Transformation des Software-Riesen in ein Labyrinth?
IBM verfehlte mit einem Quartalsumsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar die Analystenschätzungen von 17,86 Milliarden US-Dollar deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie blieb mit 2,93 US-Dollar ebenfalls hinter den Erwartungen von 3,02 US-Dollar zurück. Hauptursache ist eine massive Umschichtung von IT-Budgets zugunsten der KI-Infrastruktur, die das traditionelle Infrastrukturgeschäft von IBM belastet. Unternehmenschef Arvind Krishna räumte Defizite in der Umsetzung ein. Der massive Umsatzeinbruch verstärkt die Sorgen über die langfristige Transformationsstrategie von IBM und deutet auf ein systemisches Risiko für die Softwarebranche hin, da Investitionen in Hardware zunehmend Softwarebeschaffungen verdrängen.

TradingKey – Am Dienstag löste die Vorschau auf die vorläufigen Ergebnisse für das zweite Quartal von IBM ( IBM) Schockwellen am Markt aus. Der ausgewiesene Umsatz des Unternehmens von 17,2 Milliarden US-Dollar lag nicht nur weit unter der Konsensschätzung der Wall Street von 17,86 Milliarden US-Dollar, sondern verdeutlichte besorgniserregenderweise auch den Abwärtstrend seines traditionellen Geschäfts inmitten des KI-Infrastruktur-Booms.
Die Nachricht führte direkt dazu, dass der vorbörsliche Aktienkurs von IBM um über 20 % einbrach. Sollte sich dieser Rückgang im regulären Handel fortsetzen, droht der größte Tagesverlust seit dem 'Schwarzen Montag' im Jahr 1987.

Quelle: Google Finance
IBM-Umsatz und -Gewinn verfehlen beide die Erwartungen
Laut den von der London Stock Exchange Group zusammengestellten Konsensschätzungen der Analysten hatte der Markt für das zweite Quartal einen Umsatz von IBM in Höhe von 17,86 Milliarden US-Dollar erwartet, während die vorläufige Schätzung des Unternehmens bei lediglich 17,2 Milliarden US-Dollar lag. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird voraussichtlich 2,93 US-Dollar betragen und bleibt damit hinter den Markterwartungen von 3,02 US-Dollar zurück.
Auf Segmentebene stieg der Softwareumsatz von IBM um 5 %, was eine solide Leistung darstellt, doch der Infrastrukturumsatz ging im Jahresvergleich um 7 % zurück, was deutlich schwächer ausfiel als die vorherigen Markterwartungen eines Rückgangs im niedrigen einstelligen Prozentbereich für das Gesamtjahr.
IBM erklärte, dass das Unternehmen ab diesem Quartal mit einem Rückgang des Infrastrukturumsatzes im einstelligen Prozentbereich rechnet. Das Unternehmen führte den Umsatzrückgang in erster Linie auf die Performance seiner Z-Serie und einen unzureichenden dazugehörigen Software-Stack zurück.
Darüber hinaus verlagerten Kunden in den letzten Juniwochen ihre vierteljährlichen Investitionsausgaben hin zur Beschaffung von Servern, Speichern und Arbeitsspeichern, um sich angesichts erwarteter Preiserhöhungen eine knappe Infrastrukturversorgung zu sichern – eine Veränderung, die sich direkt auf das traditionelle Geschäft von IBM auswirkte.
IBM-Chef Arvind Krishna räumte in einem offenen Brief an die Investoren ein, dass es dem Unternehmen in diesem Quartal nicht gelungen sei, sich schnell an das sich ständig verändernde Marktumfeld anzupassen, wodurch die geschäftliche Entwicklung hinterherhinke und mehrere Großaufträge nicht wie geplant abgeschlossen werden konnten.
Er sagte: „Wir hatten damit gerechnet, dass die Lieferkette beeinträchtigt sein würde, aber wir haben nicht erwartet, dass die Umschichtung der Investitionsausgaben der Kunden ein solches Ausmaß annehmen würde.“
Traditionelle Giganten im KI-Zeitalter verloren
Derzeit hat der globale Aufbau der KI-Infrastruktur eine investitionsintensive Phase erreicht, in der Unternehmen einen größeren Teil ihrer IT-Budgets von ausgereiften Softwareprodukten hin zu Rechenhardware, Speichersystemen und Lieferkettenressourcen verlagern. Dieser Trend betrifft nicht nur traditionelle Technologiegiganten wie IBM, sondern schürt am Markt auch Sorgen über die Aussichten der gesamten Softwarebranche.
Lange Zeit sorgten sich Software-Investoren, dass KI-Automatisierungstools traditionelle Softwarefunktionen ersetzen würden. Die jüngste Veröffentlichung von IBM offenbart jedoch ein neues Risiko: Selbst KI-fokussierte Hardware-Investitionen verdrängen die Budgets für die Softwarebeschaffung.
Chris Beauchamp, Chef-Marktanalyst der IG Group, merkte an: „Dies ist die dunkelste Stunde für IBM und die gesamte Softwarebranche. Dem Markt bereitet vor allem Sorgen, wie lange der Trend der Unternehmen, ihre Ausgaben von Software auf Infrastruktur zu verlagern, noch anhalten wird.“
In den vergangenen Jahren hat IBM versucht, sein Image als traditionelles Hardware- und Mainframe-Unternehmen abzulegen, und beschleunigte durch die Übernahmen von Unternehmen wie Red Hat, HashiCorp und Confluent seinen Wandel hin zu einem Anbieter von Unternehmenssoftware und KI-Infrastrukturdienstleistungen.
Das Unternehmen hatte zuvor betont, dass Künstliche Intelligenz die Nachfrage nach seiner Infrastruktursoftware ankurbeln würde, sodass Unternehmen verschiedene KI-Modelle effizienter vernetzen und verwalten können.
Diese Gewinnwarnung hat jedoch die Zweifel des Marktes am Transformationskurs von IBM erneut entfacht. Im Februar dieses Jahres verzeichnete der Aktienkurs von IBM erhebliche Schwankungen, nachdem das KI-Startup Anthropic ein Tool vorgestellt hatte, das bei der Modernisierung veralteter Programmiersprachen auf IBM-Mainframes hilft. Zudem hat das hinter den Erwartungen zurückgebliebene Ergebnis des zweiten Quartals die Sorgen des Marktes weiter verschärft, dass das traditionelle Geschäft durch Investitionen in die KI-Infrastruktur verdrängt wird.
Dieser Inhalt wurde KI-übersetzt und von Menschen überprüft. Er dient nur zu Referenz- und Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
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