Prognose für den südkoreanischen Aktienindex: Goldman Sachs hält an Ziel von 12.000 fest, kann der KI-Speicherzyklus den KOSPI auf neue Höchststände treiben?
Goldman Sachs bleibt trotz jüngster Korrekturen optimistisch für den südkoreanischen KOSPI und hält an seinem Kursziel von 12.000 Punkten fest. Gestützt wird diese Einschätzung durch anhaltend robuste KI-Infrastrukturinvestitionen, die den Gewinnzyklus von Speicherchipherstellern wie Samsung Electronics und SK Hynix bis 2027 antreiben. Trotz niedriger Bewertungen und starker Gewinnprognosen bestehen Risiken durch chinesische Konkurrenz sowie mögliche regulatorische Hürden für US-Tech-Giganten. Charttechnisch zeigt sich kurzfristig bullisches Momentum, wobei der KOSPI den 20-Tage-Durchschnitt zurückerobert hat, während eine mittelfristige Trendwende den Ausbruch über den 60-Tage-Durchschnitt erfordert.

TradingKey - Goldman Sachs (GS) bleibt für den südkoreanischen Aktienmarkt weiterhin optimistisch.
Obwohl der südkoreanische KOSPI-Index gegenüber seinem Rekordhoch vom Juni um etwa 27 % nachgegeben hat und die Sorgen des Marktes über die Nachhaltigkeit der KI-Investitionsausgaben, die hohe Volatilität südkoreanischer Aktien und den Halbleiterzyklus weiter zunehmen, hat Timothy Moe, Chef-Aktienstratege für die Region Asien-Pazifik bei Goldman Sachs, sein zuvor genanntes Ziel von 12.000 Punkten nach wie vor nicht gesenkt.
Ausgehend vom aktuellen Marktpreisniveau impliziert dieses Ziel künftig ein Aufwärtspotenzial von nahezu 80 % für den KOSPI. Als Moe vor Monaten erstmals die Prognose von 12.000 Punkten abgab, gehörte dieser Wert zu den aggressivsten Einschätzungen am Markt; heute, selbst nachdem südkoreanische Aktien eine scharfe Korrektur erlitten haben, hält er weiterhin an diesem Ziel fest.
Moe ist der Ansicht, dass der derzeit größte Irrtum des Marktes darin besteht, sowohl den positiven Impuls der KI-Infrastrukturinvestitionen auf den Gewinnzyklus südkoreanischer Speicherchiphersteller als auch die Dauer dieser Welle des Nachfragewachstums zu unterschätzen.
KI-Boom ist noch nicht vorbei, Speicherchips könnten einen längeren Aufwärtszyklus erleben
Der südkoreanische Aktienmarkt geriet zuletzt unter Druck, was im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass Anleger zunehmend hinterfragen, ob die stark steigenden KI-Investitionsausgaben globaler Tech-Giganten langfristig tragfähig sind. Wenn Big-Tech-Konzerne den Ausbau von Rechenzentren verlangsamen, werden die Gewinnprognosen für südkoreanische Chiphersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix naturgemäß beeinträchtigt.
Moe vertritt jedoch die entgegengesetzte Ansicht.
Er glaubt, dass sich der Aufbau der KI-Infrastruktur weiterhin in einer Expansionsphase befindet und die Nachfrage von Rechenzentren nach Hochleistungsrechnen und Speicherbausteinen voraussichtlich rasch weiter wachsen wird. Da globale Hyperscaler den Ausbau von KI-Rechenzentren weiter vorantreiben, hat sich das Angebot an Speicherchips bereits verknappt, während steigende Preise die Profitabilität südkoreanischer Speicherhersteller weiter verbessern.
Moe rechnet damit, dass sich dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bis 2027 noch weiter verschärfen könnte.
Unterdessen geht Goldman Sachs davon aus, dass die Gesamtinvestitionen großer US-Tech-Konzerne im nächsten Jahr 1,2 Billionen US-Dollar übersteigen könnten – deutlich mehr als die bisherige Prognose von rund 800 Milliarden US-Dollar. Selbst wenn bestimmte KI-Anwendungen die ideale Profitabilität noch nicht erreicht haben, müssen die Tech-Giganten ihre Infrastrukturausgaben dennoch steigern, um ihre Rechenleistung und Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu wahren.
Aus Moes Sicht ist dieses Investitionsverhalten an sich schon ein bedeutender positiver Faktor für Speicherhersteller. Höhere KI-Workloads treiben eine stärkere Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory und anderen Hochleistungs-Speicherprodukten an, was letztendlich südkoreanischen Unternehmen wie Samsung Electronics und SK Hynix zugutekommt.
Goldman Sachs sieht reichlich Spielraum für Gewinnwachstum südkoreanischer Unternehmen
Ein weiterer zentraler Grund für die optimistische Haltung von Goldman Sachs gegenüber dem KOSPI ist die erhebliche Diskrepanz zwischen Gewinnwachstum und Bewertung.
Moe rechnet damit, dass das Gesamtwachstum der Gewinne der im KOSPI enthaltenen Unternehmen in diesem Jahr rund 360 % erreichen wird. Obwohl sich diese Wachstumsrate bis 2027 voraussichtlich deutlich auf etwa 35 % verlangsamen dürfte, hat der Markt das Risiko eines sich verlangsamenden Gewinnwachstums tatsächlich bereits im Voraus eingepreist.
Mit anderen Worten: Eine potenzielle künftige Abkühlung des Gewinnwachstums südkoreanischer Unternehmen bedeutet nicht, dass der Gewinnzyklus an seinem Ende angelangt ist.
Insbesondere da führende Chiphersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix weiterhin von der KI-Nachfrage profitieren, bleibt das Gewinnfundament des südkoreanischen Aktienmarktes stark gestützt. Sollten die Unternehmen die Gewinnprognosen von Goldman Sachs letztlich erfüllen, würden die aktuellen Bewertungsniveaus des KOSPI vergleichsweise günstig erscheinen.
Derzeit liegt das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward-KGV) des KOSPI bei etwa 5,3 und damit ungefähr auf der Hälfte seines Durchschnittsniveaus der vergangenen sieben Jahre. Demgegenüber liegt die von Moe angesetzte Bewertungsgrundlage für das Ziel von 12.000 Punkten bei etwa dem 7,5-Fachen der erwarteten Gewinne.
Das bedeutet, dass sich die optimistische Prognose von Goldman Sachs nicht allein auf eine massive Bewertungsausweitung stützt; solange die Unternehmensgewinne wie erwartet wachsen und sich die Marktbewertungen von extrem niedrigen Niveaus wieder ihrem langfristigen Mittelwert annähern, könnte der KOSPI erhebliches Aufwärtspotenzial aufweisen.
Auch wenn 12.000 Punkte daher sehr aggressiv erscheinen mögen: Wenn die südkoreanischen Unternehmen die Gewinnprognosen erfüllen können, ist dieses Ziel keineswegs so unerreichbar, wie der reine Indexstand vermuten lassen könnte.
Natürlich ist der südkoreanische Aktienmarkt nicht frei von Risiken. Der Wettbewerb durch chinesische Speicherchiphersteller verschärft sich, und große US-Technologiekonzerne, die ihre KI-Investitionen aufstocken wollen, könnten vor Hürden in den Bereichen Politik, Stromversorgung und Regulierung stehen. Diese Faktoren könnten den Markt veranlassen, die Rendite von KI-Investitionen neu zu bewerten, was letztlich die Nachfrage nach Speicherchips belasten würde.
Insbesondere da chinesische Hersteller ihre Technologie und Kapazitäten weiter verbessern, dürfte es für südkoreanische Speicherhersteller zunehmend schwieriger werden, langfristig hohe Gewinnspannen aufrechtzuerhalten. Sollte sich der Bau von US-Rechenzentren aufgrund von Änderungen in der Politik oder im Finanzierungsumfeld verlangsamen, könnte zugleich die gesamte KI-Hardware-Lieferkette betroffen sein.
Aus Moes Sicht reichen diese Risiken jedoch noch nicht aus, um den grundlegenden Trend bei der Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherchips in den nächsten Jahren zu verändern.
Technische Analyse des südkoreanischen Aktienindex

Quelle: TradingView
Mit Blick auf den Tageschart stieg der KOSPI zuletzt um 4,25 % und schloss bei 6.971,63 Punkten. Dabei brach der Index wieder über die abwärts gerichtete Trendlinie aus und eroberte den 20-Tage-Durchschnitt von 6.726,41 Punkten zurück, was darauf hindeutet, dass der bärische Druck nach dem Rücksetzer von den Juni-Hochs nachlässt. Der 14-Tage-RSI stieg auf 54,47 und liegt damit über der neutralen Marke von 50 sowie der Signallinie von 49,91, was zeigt, dass das kurzfristige Momentum zu Gunsten der Bullen gedreht hat, während sich der Indikator weiterhin außerhalb des überkauften Bereichs befindet.
Eine mittelfristige Trendwende ist jedoch noch nicht vollständig bestätigt. Der Index hat zwar gerade das 0,382-Fibonacci-Niveau von 6.914,94 Punkten zurückerobert, bleibt jedoch unter seinem 60-Tage-Durchschnitt von 7.211,49 Punkten. Gelingt es ihm, sich mit mehreren aufeinanderfolgenden Schlusskursen über 6.915 Punkten zu behaupten und zudem über 7.211 Punkte auszubrechen, läge das nächste Ziel bei 7.480,94 Punkten. Ein Ausbruch über dieses Niveau würde sukzessive weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 8.046,93 Punkte und 8.681,17 Punkte freisetzen.
Sollte die KI-Speichernachfrage das Gewinnwachstum von Samsung Electronics und SK Hynix weiterhin antreiben, ist ein erneuter Test des Allzeithochs des KOSPI von 9.617,36 Punkten keineswegs ausgeschlossen. Erst ein entscheidender Ausbruch über 9.617 Punkte würde den Markt in eine Preisfindungsphase befördern.
Das 1,618-Fibonacci-Extension-Niveau liegt bei 12.319,78 Punkten und damit sehr nahe am Kursziel von Goldman Sachs von 12.000 Punkten. Daher können 12.000 Punkte charttechnisch als langfristiges Ziel für das Bullen-Szenario dienen.
Nach unten hin gilt das Augenmerk zunächst den 6.915 Punkten und dem 20-Tage-Durchschnitt bei 6.726 Punkten. Fällt der Index wieder unter 6.726 Punkte zurück, könnte sich dieser Ausbruch als Fehlausbruch erweisen, was zu einem erneuten Test von 6.276,50 Punkten führen könnte. Sollten die 6.276 Punkte nicht halten, könnten sich die Korrekturrisiken auf 6.000 Punkte oder sogar auf das vorherige Tief von 5.244,51 Punkten ausweiten.
Dieser Inhalt wurde KI-übersetzt und von Menschen überprüft. Er dient nur zu Referenz- und Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
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