Japanische und südkoreanische Aktien brechen im Gleichschritt ein, Nikkei fällt unter 60.000, Samsung-Streikwirren verschärfen den Rücksetzer südkoreanischer Aktien
Der Nikkei-225 fiel um 2% auf unter 60.000 Punkte, beeinflusst durch die Zinssitzung der Bank of Japan, die eine vorsichtige Geldpolitik signalisiert, sowie durch geopolitische Risiken, steigende Ölpreise und Yen-Schwäche. Diese Faktoren, zusammen mit steigenden Anleiherenditen, könnten kurzfristig Gewinnmitnahmen auslösen, obwohl der langfristige Aufwärtstrend intakt bleibt. Der südkoreanische KOSPI gab ebenfalls um 2% nach, belastet von Technologieaktien wie SK Hynix und Samsung Electronics. Ein drohender Streik der Samsung-Gewerkschaft könnte erhebliche wirtschaftliche Verluste verursachen und die globale Wettbewerbsfähigkeit der Halbleiterindustrie gefährden.

TradingKey - Der Nikkei-225-Index eröffnete im frühen Handel 0,2 % schwächer, bevor sich sein Rückgang rasch auf 2 % weitete. Damit markierte er den fünften aufeinanderfolgenden schwachen Handelstag und fiel erstmals in diesem Monat unter die Marke von 60.000 Punkten.

Die Bank of Japan entschied auf ihrer geldpolitischen Sitzung im April, den Leitzins unverändert bei 0,75 % zu belassen, was den breiten Markterwartungen entsprach. Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass die Pause bei den Zinserhöhungen kein Signal für eine geldpolitische Wende ist, sondern vielmehr das aktuelle Dilemma Japans zwischen „importiertem Inflationsdruck“ und dem „Risiko einer Konjunkturabkühlung“ widerspiegelt, was dazu führt, dass das Tempo der geldpolitischen Anpassungen vorsichtiger wird.
Gleichzeitig haben geopolitische Risiken die Rohölpreise nach oben getrieben und die Renditen japanischer Staatsanleihen in die Nähe von 30-Jahres-Hochs steigen lassen. Zusammen mit einem Yen-Wechselkurs, der sich der offiziellen potenziellen Interventionszone nähert, hat sich die Marktstimmung vorsichtig eingetrübt. Obwohl der mittel- bis langfristige Aufwärtstrend japanischer Aktien nicht grundsätzlich umgekehrt wurde, könnten mehrere Faktoren – darunter die hohe Volatilität der Ölpreise, steigende Anleiherenditen, verstärkte Yen-Schwankungen und potenzielle Devisenmarktinterventionen – kurzfristigen Gewinnmitnahmedruck auslösen.
Der südkoreanische KOSPI-Index eröffnete im frühen Handel 0,7 % höher, doch die Verluste weiteten sich im Tagesverlauf auf 2 % aus, wobei Technologie-Schwergewichte den Markt nach unten zogen. Darunter fielen die Aktien von SK Hynix um mehr als 2 %, während auch Samsung Electronics im Gleichschritt nachgab.

Berichten zufolge plant die Samsung-Gewerkschaft einen 18-tägigen Streik ab diesem Donnerstag, dem 21. Mai, sofern ihre Forderungen nicht erfüllt werden.
Ein jüngstes Urteil eines südkoreanischen Gerichts hat den Streikplan jedoch vorerst gestoppt; sollte die Gewerkschaft am Streik festhalten, droht ihr ein tägliches Bußgeld von 100 Millionen Won. Dieses Urteil erhöht nicht nur die Kosten für die Durchführung des Streiks erheblich, sondern lässt beiden Parteien auch Spielraum für die Wiederaufnahme von Verhandlungen.
Zuvor hatte der südkoreanische Industrieminister Kim Jung-kwan öffentlich erklärt, dass die täglichen wirtschaftlichen Verluste bis zu 1 Billion Won erreichen könnten, falls ein Streik zur Stilllegung von Produktionslinien führt. Mehr als 1.700 vor- und nachgelagerte Partner wären von einer Kettenreaktion betroffen, was potenziell sogar die globale Wettbewerbsfähigkeit der südkoreanischen Halbleiterindustrie schwächen könnte.
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