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Flughafenverband: Streiks und Nahost-Krise drücken Passagierzahlen

ReutersMay 6, 2026 10:24 AM
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- Streiks und der Krieg im Nahen Osten haben die Passagierzahlen an deutschen Flughäfen im April einbrechen lassen. Insgesamt wurden nur rund 16,7 Millionen Fluggäste gezählt und damit etwa 1,65 Millionen oder rund neun Prozent weniger als vor Jahresfrist, wie der Airportverband ADV am Mittwoch mitteilte. Allein die einwöchigen Streiks bei der Lufthansa hätten ein Loch von fast einer Million Passagieren gerissen. Zudem hätten Flugausfälle im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt knapp 400.000 Reisende vom Fliegen abgehalten. Weitere Verluste gingen auf Flugstreichungen von Fluggesellschaften zurück. Diese reagierten damit auf hohe staatliche Standortkosten und steigende Betriebskosten.

Die Streiks bei der LufthansaLHAG.DE im April kosteten das Unternehmen rund 150 Millionen Euro, wie Finanzvorstand Till Streichert zu Journalisten sagte. Arbeitskämpfe der Cockpit- und Kabinenbeschäftigten belasteten die Airline bereits im ersten Quartal 2026 mit etwa 40 Millionen Euro.

Der Verband ADV warnte vor einer "dramatischen Erosion" der internationalen Anbindung Deutschlands und forderte ein entschlossenes politisches Handeln, um die Branche weiter zu entlasten und die Bedingungen am Luftfahrt-Standort zu verbessern. "Die aktuellen Zahlen sind ein unüberhörbares Alarmsignal", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Dauerstreiks, geopolitische Krisen und drastisch steigende Airline-Betriebskosten treffen die deutschen Flughäfen mit voller Wucht."

Auf geopolitische Krisen habe die Politik keinen direkten Einfluss, sehr wohl aber auf die Wettbewerbsbedingungen am Standort Deutschland, betonte Beisel. Der Konkurrenzkampf im Luftverkehr werde zunehmend politisch entschieden. Er forderte, die Luftverkehrsteuer kurzfristig auszusetzen und mittelfristig zumindest zu halbieren, um Airlines und Flughäfen umgehend zu entlasten.

Jüngst hatte RyanairRYA.I den Druck auf Politik und Branche erneut erhöht und angekündigt, wegen zu hoher Kosten sein Flugprogramm weiter auszudünnen. Der irische Billigflieger wird für den Winterflugplan die Zahl der Flüge von und nach Berlin um 50 Prozent verringern und alle sieben in Berlin stationierten Flugzeuge auf kostengünstigere Staaten verlagern. Das Verkehrsaufkommen von Ryanair in Berlin werde sich 2027 auf rund 2,5 Millionen Passagiere etwa halbieren.

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