US-Dienstleister verlieren Schwung - weniger Neugeschäft und hohe Kosten
Washington, 05. Mai (Reuters) - Die US-Dienstleistungsbranche hat den zweiten Monat in Folge Fahrt verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die Service-Unternehmen sank im April auf 53,6 Zähler von 54,0 Punkten im Vormonat, wie aus der am Dienstag veröffentlichten monatlichen Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Damit bleibt das Barometer aber noch deutlich über der Schwelle von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang des Indikators auf 53,7 Punkte gerechnet. Der Jobabbau verlangsamte sich zwar leicht. Das Barometer für die Aufträge sank jedoch um gut sieben Punkte auf 53,5 Zähler und damit so stark wie zuletzt im März 2023. Zugleich blieb der Index für die Kosten auf dem Vormonatsniveau von 70,7 Zählern - das ist der höchste Stand seit Oktober 2022 zu Zeiten der Corona-Krise.
Der Index des Dienstleistungssektors liege immer noch klar oberhalb der Expansionsschwelle, sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg. "Die US-Notenbank Fed dürfte mit dieser Entwicklung darin bestärkt werden, es bezüglich Zinssenkungen nicht eilig zu haben." Dafür spräche auch das anhaltend hohe Niveau der Energiekosten infolge des Iran-Kriegs. Vor diesem Hintergrund und angesichts zurückhaltender Äußerungen vieler Fed-Mitglieder wundere es nicht, "dass die Zinssenkungserwartungen bis ins nächste Jahr komplett ausgepreist sind".
Der Iran-Krieg sorgt derzeit für große Konjunkturrisiken und viel Unsicherheit in der Wirtschaft. Denn auch wegen Gegenschlägen des Iran und Ausfällen bei der Energieversorgung hat sich der Ölpreis spürbar erhöht.
Empfohlene Artikel









