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Creditreform: Zahl der Firmenpleiten steigt auch 2026

ReutersMay 5, 2026 8:00 AM
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- Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet wegen der mauen Konjunktur im laufenden Jahr mit mehr Firmenpleiten. "Es wird auch 2026 wieder mehr Insolvenzen und vor allem Schließungen geben", sagte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Eine konkrete Zahl könne er aber nicht nennen. "Dazu ist das Jahr eine viel zu große Blackbox." Es komme auch nicht nur darauf an, wie viele in die Pleite rutschten, sondern vor allem darauf, wen es treffe. "Besonders besorgniserregend ist derzeit, dass viele Unternehmen und Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe trotz eigentlich gesunder Unternehmensstruktur aus dem Markt austreten müssen."

Dabei gehe auch viel Innovationskraft und Know-how für immer verloren. "Teilweise verschwinden Unternehmen, deren Anlagen heute überhaupt keine Zulassung mehr bekommen würden, vor allem im metallverarbeitenden Gewerbe", sagte der Ökonom. "Diese Unternehmen brauchen wir aber, um für das Geschäftsmodell Deutschland neue Lösungen und innovative Ansätze zu finden." Das werde für alle in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die größte Aufgabe der kommenden Jahre und Jahrzehnte - "ein neues Erfolgsmodell für Deutschland zu suchen und zu finden", betonte Hantzsch. "Bis dahin wird es noch einige Pleiten geben." Dies gelte auch für Europa.

Insolvenzen seien per se nichts Schlechtes, sondern im Gegenteil "ein überlebenswichtiger Mechanismus in unserer sozialen Marktwirtschaft". Daher laute das Ziel nicht: "Die Insolvenzquote auf Teufel komm raus zu senken, sonst wären wir in der Planwirtschaft." Viel wichtiger sei, wer warum aus dem Markt ausscheide, betonte der Chefökonom.

20-JAHRES-HOCH BEI INSOLVENZEN IN WESTEUROPA

Westeuropa verzeichnete 2025 die höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit mehr als 20 Jahren, wie aus einer Creditreform-Analyse hervorgeht. Mit insgesamt 197.610 Pleiten lagen die Fallzahlen um 4,8 Prozent über dem Vorjahr. Die Krise sei nicht nur konjunkturell, sondern strukturell, erklärte Hantzsch. "Ein schwacher Welthandel und geopolitische Risiken setzen Europas Unternehmen zu." Zugleich lähmten hohe Energiepreise und Bürokratie die Wettbewerbsfähigkeit. "Diese doppelte Belastung frisst sich tief in die Substanz vieler Betriebe."

In Westeuropa stiegen Unternehmensinsolvenzen am stärksten in der Schweiz mit 35,3 Prozent, gefolgt von Griechenland (24,4 Prozent), Finnland (12,1 Prozent) und Deutschland (8,8 Prozent). Auch in Österreich stiegen die Fallzahlen, liegen aber mit plus 4,3 Prozent im Mittelfeld. Sechs Länder verzeichneten einen Rückgang der Insolvenzen, darunter die Niederlande, Irland und Norwegen. In Osteuropa gab es insgesamt einen Rückgang der Pleiten um 7,1 Prozent auf 36.939 Fälle. In vier Ländern – Bulgarien, Rumänien, Slowenien und Tschechien – kletterten die Insolvenzen allerdings.

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